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Risikofaktoren für Zahnerkrankungen - hier erfahren Sie alles zu diesem Thema!

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Faktoren, die das Risiko für diverse Zahnerkrankungen erhöhen. Hier finden Sie eine Auswahl solcher Risikofaktoren.

  • Mangel an fluoridiertem Wasser: Fluorid stärkt die Zähne und macht sie widerstandfähiger vor Karies. Es wirkt am effektivsten in der Entwicklungsphase der Zähne. In den USA setzen viele Wasserversorgungswerke seit Jahrzehnten dem Wasser Fluorid zu. Dennoch kommt nicht jeder Amerikaner während seines gesamten Lebens in den Genuss von fluoridiertem Trinkwasser. In Deutschland versetzt man das Trinkwasser nach Auskunft des Bundesverbandes der Gas- und Wasserwirtschaft (Bonn und Berlin) nicht mit Fluorid.
  • unausgewogene Ernährung: Die Folgen einer nicht ausgewogenen oder unzulänglichen Ernährung sind häufig im Mund in Form von Karies und Zahnfleischerkrankungen sichtbar.
  • häufiges Naschen: So oft Sie Süßigkeiten naschen oder gesüßte Getränke trinken, so oft sorgen Sie für Nahrungsnachschub für die kariesverursachenden Bakterien. Sie erhöhen damit den Säuregehalt Ihres Speichels.
  • genetische Veranlagung: Es gibt Menschen, bei denen das Immunsystem nicht richtig auf eine bakterielle Zahnfleischinfektion reagiert. Infolgedessen verschlimmert sich bei Ihnen eine Entzündung des Zahnhalteapparates.
  • Tabakgenuss: Raucher zeigen gegenüber Nichtrauchern ein um den Faktor 7 erhöhtes Risiko für Zahnfleischerkrankungen. Das liegt daran, dass der Nikotingenuss die Regenerationsfähigkeit des Zahnfleischs bei einer bakteriellen Infektion oder einem zahnärztlichen Eingriff senkt. Experten vermuten, dass Kautabak zusätzlich die Zahnfleischrückbildung und Wurzelkaries fördern.

Älterer Mann raucht Zigarette

Jede Schwangerschaft kostet einen Zahn

Diese alte Volksweisheit wird durch die Wissenschaft untermauert: Durch die veränderte Hormonausschüttung in der Schwangerschaft ändert sich auch die Zusammensetzung des Speichels und damit das Mikroklima im Mund. Entzündetes Zahnfleisch kann die Folge sein.

Die Schwangerschaftsgingivitis weist meist Zahnbeläge als Ursache auf, also mangelhafte Zahnhygiene. Sie entsteht wahrscheinlich durch die Übelkeit im ersten Drittel der Schwangerschaft und den damit verbundenen Würgreiz. Bei manchen Frauen kommt es nach der Geburt zu einem Entzündungsschub.

Risikofaktoren, die Sie selber in den Griff bekommen

Beantworten Sie jede der folgenden Fragen mit Ja oder Nein:

FrageJaNein
1. Rauchen Sie oder haben Sie in den letzten ein bis fünf Jahren geraucht?
2. Stehen Sie unter starken Dauerstress?
3. Treiben Sie nur wenig Sport (weniger als 30 Minuten dreimal wöchentlich)?
4. Nehmen Sie nur wenig Obst und Gemüse zu sich?
5. Haben Sie einen hohen Blutdruck (140 zu 90 oder darüber)?
6. Enthält Ihr Essen viel Cholesterin und gesättigte Fettsäuren?
7. Trinken Sie viel Alkohol (drei oder mehr Getränke am Tag)? 

Jedes „Ja“ bedeutet einen Risikofaktor für einen Schlaganfall, das Sie reduzieren können. Vielleicht ist es nicht einfach, seine alten Gewohnheiten abzulegen oder sich neue anzueignen wie Sport. Aber jede Veränderung in die richtige Richtung schützt Sie vor der häufigsten Ursache von dauerhaften Behinderungen und der dritthäufigsten Todesursache in Deutschland: dem Schlaganfall.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihr persönliches Risiko und mögliche Behandlungsmethoden, Medikamente und Chancen zur Selbsthilfe.

Altersbedingte Risikofaktoren

Je älter Sie werden, desto größer wird Ihr Risiko für Erkrankungen im Mundraum. Folgende Faktoren spielen dabei eine Rolle:

  • Mundtrockenheit (Xerostomie) – Eine zu geringe Speichelproduktion im Mund ist ein weit verbreitetes Problem älterer Menschen. Viele halten das für kaum mehr als nur eine lästige Plage. Allerdings können Sie ohne eine ausreichende Speichelmenge die Zähne weder reinigen und desinfizieren noch remineralisieren. Sie entwickeln infolgedessen möglicherweise einen sich schnell ausbreitenden Karies oder Parodontitis Mundtrockenheit ist keine natürliche Folge des Alterungsprozesses, sondern wird vielmehr durch eine Reihe von Faktoren ausgelöst.
  • Diabetes – Wenn Sie Diabetiker sind, haben sie ein erhöhtes Risiko für Parodontitis. Denn die Zuckerkrankheit kann die Widerstandsfähigkeit des Zahnfleischs gegenüber bakteriellen Infektionen und Plaquebildung senken. Das Risiko steigt sogar noch an, wenn Ihr Diabetes schlecht eingestellt ist.
  • Osteoporose – Wissenschaftler vermuten einen Zusammenhang zwischen einem Mineraldichteverlust der Knochen, der mit einer Osteoporose einhergeht und der Parodontitis. Wenn die Knochen, die Ihre Zähne in Position halten an Dichte verlieren, fördert das möglicherweise den degenerativen Prozess bei der Entzündung des Zahnhalteapparates.
  • Krankheiten und Zustände, bei denen der Patient seine Körperpflege vernachlässigt – Menschen, die an neurologischen Erkrankungen wie Alzheimer oder Huntington-Chorea (Veitstanz, führt in späteren Stadien häufig zu Demenz) leiden, haben eventuell Probleme damit, ihre Zähne und das Zahnfleisch ausreichend zu pflegen. Die Mundpflege kann auch dann zum Problem werden, wenn die Bewegungsfähigkeit Ihrer Arme oder Hände aufgrund eines Schlaganfalls oder Erkrankungen wie Arthritis oder Parkinson eingeschränkt ist.
  • Medikamente – Bestimmte Arzneimittel können eine chronische Verdickung und Entzündung des Zahnfleischs (Makrulie oder Gingivitis hyperplastica) verursachen. Dazu gehören das Antiepileptikum Phenytoin sowie Ciclosporin, ein Wirkstoff, der nach Organtransplantationen die Abstoßungsreaktion unterdrückt und viele Calcium-Kanal-Blocker, die bei Herzerkrankungen oder zu hohem Blutdruck verordnet werden. Ihr Arzt wird Ihnen möglicherweise eine der folgenden Behandlungen verordnen: professionelle Zahnreinigung, Antibiotika oder operative Entfernung des überschüssigen Zahnfleischs bei einer Makrulie (chronische Verdickung des Zahnfleischs).
  • Menopause – In den Wechseljahren kann das Absinken des Östrogenspiegels im Blut das Risiko für Karies oder Parodontitis erhöhen, da die Frauen durch die Hormonumstellung häufig an Mundtrockenheit leiden.
  • Verschleiß – Nach lebenslanger Beanspruchung kann auch ein gesundes Zahnfleisch zurückgehen. Wenn Ihre Zahnwurzeln durch den Rückgang des Zahnfleischs freigelegt werden, kann das Risiko für eine Wurzelkaries ansteigen.