Mundtrockenheit: Nebenwirkungen von Medikamenten
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Die meisten Menschen nehmen das Nachlassen der Speichelbildung als unvermeidliche Folge des Älterwerdens hin. Doch die unangenehme Mundtrockenheit, die nicht nur die Freude am Essen verdirbt, sondern die gesamte Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann, ist kein unausweichliches Schicksal. Im Folgenden erfahren Sie, welche Medikamente den Speichelfluss beeinträchtigen, welche natürlichen Hilfen bereitstehen und wann Sie ein Speichelersatz-Mittel verwenden sollten.
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Der Speichel schützt vor schädlichen Bakterien
Chronische Mundtrockenheit (Xerostomie) ist die Folge einer verminderten Produktion von Speichel in den Speicheldrüsen, von denen wir auf jeder Kieferseite jeweils drei besitzen (siehe Abb. unten). Das Fehlen des Speichels (normale Tagesproduktion ca. 1,5 l) verursacht nicht nur ein unangenehmes Trockenheitsgefühl im Mund und auf den Lippen, sondern erschwert auch das Schlucken und Sprechen. Da der Speichel bakterienhemmende Stoffe enthält, verlieren zudem die Mundschleimhaut und die Zähne einen wichtigen Infektionsschutz. Letztlich wird die gesamte Verdauung in Mitleidenschaft gezogen. Denn der Speichel liefert auch das Enzym Amylase, das kohlenhydrathaltige Speisen schon im Mund aufzuspalten beginnt und für den süßen Geschmack bei längerem Kauen sorgt. Dieser wiederum regt die Sekretion der Verdauungssäfte, z. B. im Magen, an.
Schmerzmittel und Blutdrucksenker sind häufige Übeltäter
Nach einer Untersuchung von Professor Brita Willershausen, Direktorin der Klinik für Zahnerhaltungskunde an der Universität Mainz, aus dem Jahr 1999 spielt das Alter für die Mundtrockenheit nur eine geringe Rolle. Das Drüsengewebe bilde sich so langsam zurück, dass Beschwerden erst nach dem 80. Lebensjahr zu erwarten seien. Hauptursache für Mundtrockenheit seien vielmehr Nebenwirkungen von Medikamenten.
Das sind die häufigsten Ursachen von Mundtrockenheit:
- Medikamente, z. B. Blutdrucksenker, v. a. Beta-Blocker, Entwässerungsmittel, morphinhaltige Schmerzmittel, Antidepressiva, Allergiemittel (Antihistaminika) und Parkinsonmittel
- zu geringe Trinkmenge oder zu viel Kaffee
- Flüssigkeitsverlust, z. B. durch Fieber, Durchfall oder starkes Schwitzen
- Mundatmung, z. B. bei chronischem Schnupfen oder nächtlichem Schnarchen
- Chemo- oder Strahlentherapie im Bereich des Kiefers, auch zu häufiges Röntgen
- chronische Erkrankungen, z. B. Diabetes und Sjögren-Syndrom (eine Rheuma-Form)
- Erkrankungen der Speicheldrüsen, z. B. chronische Entzündung, Speichelsteine
Lesen Sie daher unbedingt die Beipackzettel Ihrer Medikamente, wenn Sie an Mundtrockenheit leiden. Oft findet sich dabei schon der Übeltäter. Bitten Sie Ihren Arzt in diesem Fall um ein anderes Mittel. Falls es keine Alternative geben sollte, versuchen Sie es mit den im Kasten oben genannten Maßnahmen.
Diese Tipps helfen Ihnen auch, wenn andere Ursachen für Ihre Beschwerden verantwortlich sind. In schweren Fällen von Mundtrockenheit wird Ihnen der Arzt künstlichen Speichel, z. B. Salvia medic® auf Mucin-Basis, verordnen.
Bei starken Beschwerden oder gar Schmerzen im Mund sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen. Lassen Sie zudem regelmäßig Ihre Zähne kontrollieren, da es infolge der geringeren Speichelproduktion eher zu Entzündungen und Karies kommen kann.