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Mundgeruch und wie Sie ihn bekämpfen können!

Spätestens die Reaktion von Mitmenschen macht deutlich, dass man ein unangenehmes Problem hat: Mundgeruch. Die wissenschaftliche Bezeichnung dafür lautet Halitosis. Es wird geschätzt, dass etwa ein Drittel der Menschen über gelegentlichen Mundgeruch klagen, 5% leiden an dauerhaftem Mundgeruch.

Zu 85% sind die Ursachen für Mundgeruch in der Mundhöhle zu suchen. Mundgeruch stammt häufig von Speiseresten zwischen den Zähnen oder von einem trocknen Mund. Schlechter Atem kann aber auch auf bestimmte gesundheitliche Probleme zurück zu führen sein. Der Atem von Diabetikern kann zum Beispiel nach Aceton riechen.

Die häufigsten Ursachen für schlechten Atem

  • Entzündungen, v. a. des Zahnfleischs oder der Wurzelspitzen der Zähne (Karies)
  • trockener Mund durch zu geringe Speichelbildung, z. B. durch zu wenig Kauen, geringe Trinkmengen, trockene Zimmerluft, vieles Sprechen, Stress sowie Medikamente (v. a. Antibiotika, Antidepressiva, Blutdrucksenker, Hormonpräparate, abschwellende Nasentropfen, Antiallergika)
  • austrocknende Zahnpflegemittel, z. B. Zahnpasta mit Natriumlaurylsulfat als Zusatz und alkoholhaltige Mundwässer
  • bakterielle Beläge auf der Zunge
  • Sekrete chronischer Infektionen und Allergien, v. a. Nebenhöhlenentzündungen und Heuschnupfen
  • starker Zahnbelag, Zahnstein
  • schlecht sitzende Zahnprothesen, Inlays, Implantate, Zungenpiercings
  • Alkohol, Kaffee und andere Getränke, die auf Speichel und Mundschleimhaut wirken
  • Hunger, Mangelernährung
  • Speicheldrüsenerkrankungen
  • Mundschleimhautentzündungen, Mundfäule, Pilzinfektionen im Mund
  • Mandelentzündungen
  • Abszesse / Tumore im Mund-Rachen-Raum
  • Diabetes
  • Diphtherie
  • Syphilis (Lues)

Wann zum Arzt?

Suchen Sie zunächst Ihren Zahnarzt auf. Er kann die Ursachen für Ihren Mundgeruch aufspüren und beseitigen, wenn sie in der Mundhöhle liegen. Findet Ihr Zahnarzt keine Ursachen, suchen Sie Ihren Hausarzt auf.

Ist Ihr schlechter Atem die Folge einer Erkrankung (z. B. Diabetes führt zu Acetongeruch im Atem), bringt Ihnen die gezielte Therapie Besserung. Die wichtigste Maßnahme bleibt aber in allen Fällen eine gründliche Mundhygiene.

Zu wenig Speichel schädigt die gesunde Mundflora

Wie der Darm verfügt auch die Mundhöhle über verschiedene Bakterien, die als „Polizei“ Speisereste, Schleimhautzellen sowie Entzündungssekrete zersetzen. Dabei entstehen unangenehm riechende, flüchtige Schwefelverbindungen.

Normalerweise hält der Sauerstoff des Speichels jedoch die Anzahl der geruchsbildenden Bakterien in gesunden Grenzen, sodass kein Mundgeruch entsteht. Fehlt jedoch Speichel, können sich die Bakterien ungehindert vermehren und entsprechend mehr üble Schwefelgerüche produzieren.

Ein weitere häufige Ursache für das vermehrte Bakterienwachstum sind die bereits erwähnten Zungenbeläge. Sie sind häufig die Folge von Infektionen bzw.Allergien und bestehen aus Nasensekreten, bei deren Abbau ebenfalls Schwefelgeruch entsteht.

Noch häufiger kommen Zungenbeläge allerdings durch unzureichendes Kauen oder zu weiche Nahrung zustande. Denn durch das Kauen gröberer Nahrung reinigen Sie Ihre Zunge automatisch und sorgen dafür, dass die mikroskopisch kleinen Hornspitzen auf der Zunge, die für den Transport der Nahrung zuständig sind, regelmäßig abgeschilfert werden.

Passiert dies nicht, bleiben Nahrungsreste in den Zwischenräumen hängen: Mundgeruch ist die Folge. Außerdem sind kräftige Kaubewegungen die beste Methode, den heilsamen Speichelfluss anzuregen.

Fördern Sie die natürliche Bakterienflora im Mund

Während die Schulmedizin das vermehrte Wachstum der geruchsbildenden Bakterien mit starken desinfizierenden Gurgellösungen bekämpft, setzt die Naturheilkunde bei den tatsächlichen Ursachen an.

Dazu gehört zuerst, die an sich notwendigen hilfreichen Mundbakterien nicht einfach auszurotten, sondern ihnen die Arbeit zu erleichtern und ihre Vermehrung in gesunden Grenzen zu halten.

Tipps gegen Mundgeruch

  • Putzen oder spülen Sie Ihre Zähne nach jedem Essen – Zähneputzen ist die beste Möglichkeit. Wenn Sie Mundwasser verwenden, sollten Sie etwa 30 Sekunden lang im Mund spülen, bevor Sie es ausspucken.
  • Verwenden Sie mindestens einmal pro Tag Zahnseide oder -hölzer – Gerade in den Zahnzwischenräumen sammeln sich leicht Bakterien an.
  • Putzen Sie auch Ihre Zunge – Gerade im hinteren Bereich des Zungenrückens können sich geruchsproduzierende Bakterien und Partikel ablagern. Wenn Sie sich die Zähne putzen, bürsten Sie auch den Zungenrücken. Dafür eignen sich besonders feste Bürsten oder Zungenschaber, die es zum Beispiel in der Apotheke gibt.
  • Trinken Sie ausreichend Wasser, um Ihre Mundhöhle feucht zu halten – Wenn Ihr Mund trocken ist, gibt es nicht genügend Speichel, um abgestorbene Zellen abzutransportieren. Morgendlicher Mundgeruch ist zum Beispiel auf eine zu geringe Speichelmenge zurück zu führen, was sich beim Schlafen mit offenem Mund noch verstärkt. Ein zuckerfreies Kaugummi oder ein Bonbon kann die Speichelproduktion anregen. Dies ist besonders von Vorteil, wenn Sie viel unterwegs sind und keine Gelegenheit zum Trinken haben.
  • Vermeiden Sie Lebensmittel, die zu schlechtem Atem führen Zu diesen Lebensmittel gehören zum Beispiel Knoblauch und Ziebeln. Die enthaltenden Öle bzw Essenzen dieser Gemüsesorten werden in die Lunge transportiert und ausgeatmet.
  • Reinigen Sie Ihr Gebiss täglich – Gebisse bergen ebenfalls Bakterien und Speisereste.
  • Gehen Sie zu Ihrem Zahnoder Hausarzt – Schlechter Atem, der nicht auf die oben beschriebenen einfachen Maßnahmen anspricht, kann auf folgende Gesundheitsprobleme zurück zu führen sein: mangelnde Zahnhygiene, kariöse bzw. zerstörte Zähne, eine Infektion, chronische Sinusitis, chronische Bronchitis, postnasales Tröpfeln, bestimmte Erkrankungen der Speiseröhre oder andere Erkrankungen.

Nur eine saubere Prothese verhindert Mundgeruch

Müssen Sie auch seit kurzem Ihre erste Zahnprothese tragen und haben leider das Gefühl, seitdem unter Mundgeruch zu leiden? Wir verraten Ihnen in diesem Artikel, was Sie dagegen tun können.

Mundgeruch und mehr durch Zahnprothesen

Dieser Mundgeruch tritt oft bei Zahnprothesen auf, wenn sie nicht ausreichend gereinigt werden. Dann bleiben Essensreste an der Prothese hängen, zudem können sich Beläge bilden.

In diese nisten sich Bakterien ein, die dann für die Entstehung des Geruchs verantwortlich sind – sie können aber auch schmerzhafte Zahnfleisch-Entzündungen hervorrufen.

So können Sie dagegen vorgehen

Sie sollten daher die Prothese mit einem speziellen Gel und einer Bürste nach jeder Mahlzeit gründlich säubern. Zusätzlich sollten Sie sie zwei- bis dreimal pro Woche in eine extra Reinigungstablette legen. Greifen Sie aber bitte nicht zu „normalen“ Haushalts-Reinigern oder etwa Scheuermittel – damit würden Sie Ihren Zahnersatz nur beschädigen.

Übrigens: Auch die sogenannten dritten Zähne entbinden Sie nicht vom regelmäßigen Zahnarzt-Besuch. Sie sollten weiterhin zweimal im Jahr zur Kontrolle gehen, damit untersucht werden kann, ob bei Ihnen eine Gewebe-Veränderung oder altersbedingter Knochen-Abbau den genauen Sitz der Prothese verhindern.

Schwarzer Tee: Wirksamer Helfer gegen Mundgeruch

Mundgeruch kann für die Betroffenen unangenehm sein. Dann wissen sie, dass sie darunter leiden, kontrollieren ständig ihren Atem und versuchen mit allen möglichen Mittelchen, dem Geruch Herr zu werden. Oder sie wissen nichts von dem Geruch, dann ist er vor allem für die Umwelt unangenehm.

Doch woher kommt der üble Geruch? Er kann viele Ursachen haben. So muss er gar nicht mal aus dem Mund stammen. Selbst die Magen- oder Darmschleimhaut kann Schuld sein.

Doch liegen die Gründe für den unangenehmen Duft im Mund, dann kann ein einfaches Mittel helfen, diese zu eliminieren. Denn in der Regel sind dann Bakterien schuld, die sich im Mund tummeln. Dabei handelt es sich um Anaerobier: Bakterien, die in Abwesenheit von Sauerstoff leben können.

Sie können verhindern, dass sich diese Bakterien vermehren: Trinken Sie einfach reichlich schwarzen Tee. Dies ist ein Rat von Wissenschaftlern des College of Dentistry der University of Illinois.

Sie haben herausgefunden, dass die Polyphenole im schwarzen Tee die Vermehrung dieser Bakterien verringern oder sogar ganz unterbinden können. Und nebenbei hilft der Tee auch noch, Kariesbakterien um Zahnbelag zu reduzieren und die Säureproduktion zu verringern.

In vielen Fällen hilft eine Zahnsanierung

Da Mundgeruch nur ein Symptom ist, muss jede erfolgreiche Behandlung an den Ursachen ansetzen. Das Überdecken der Gerüche mit chemischen Mundspüllösungen (z. B. Hexoral®) kann das Problem nicht dauerhaft lösen.

Liegt bei Ihnen eine chronische Entzündung im Nasen-Rachen-Raum vor, muss sie unbedingt ausgeheilt werden; häufig ist hierzu auch die kurzfristige Einnahme eines Antibiotikums erforderlich.

Wenn bei Ihnen keine organischen Erkrankungen vorliegen, ist der Gang zum Zahnarzt der erste Schritt zur Beseitigung der Ursache des abstoßenden Geruchs. Durch eine professionelle Zahnreinigung werden bakterielle Beläge in den Zahnzwischenräumen entfernt sowie eventuelle Zahntaschen gesäubert und ausgeräumt.

Sind bei Ihnen alle bakteriellen Herde saniert worden, können Sie selbst mit Hilfe der Naturheilkunde ein erneutes Bakterienwachstum verhindern und die natürliche Bakterienflora im Mund stärken.

Naturjoghurt stoppt das Wachstum der Bakterien im Mund

Im Jahr 2005 konnten Forscher der Tsuruki-Universität in Yokohama/Japan mittels einer Beobachtungsstudie nachweisen, dass Naturjoghurt aufgrund seines hohen Gehalts an Milchsäurebakterien das Wachstum von Fäulnisbakterien im Mundraum hemmt.

Sie hatten 24 Probanden sechs Wochen lang täglich 180 g Naturjoghurt essen lassen und regelmäßig den Schwefelwasserstoff-Gehalt im Mund gemessen. Zum Ende der Studie hatte sich der Gehalt an dieser für den fauligen Geruch verantwortlichen Verbindung um 80 % vermindert.

Das bedeutet, dass die Studienteilnehmer durch den Verzehr des Joghurts auch 85 % weniger stinkende Gase ausgeatmet haben. Bauen Sie also ruhig als hygienische Vorsorgemaßnahme öfter mal zuckerfreien Naturjoghurt in Ihren Speiseplan ein.

Chlorophyll macht Bakteriengeruch unschädlich

Der grüne Blattfarbstoff Chlorophyll hat eine geruchsneutralisierende Wirkung bei unangenehmem Körpergeruch und hilft auch gegen bakteriell bedingten Mundgeruch. Chlorophyll hemmt eiweißspaltende Enzyme und wirkt so der geruchsbildenden Bakterienzersetzung entgegen.

Gleichzeitig ist es ein starkes Antioxidans und kann Giftstoffe binden. In Deutschland ist derzeit nur ein einziges Arzneimittel mit diesem Wirkstoff zugelassen (Stozzon®, 40 Tbl. ab 7,80 Euro).

Aber es gibt auch eine Reihe von Heilkräutern und Samen, die im akuten Fall rasch schlechten Mundgeruch neutralisieren, der nicht durch bakterielle Besiedelung entstanden ist.

Mit diesen Kräutern und Samen sorgen Sie für frischen Atem:

  • Petersilie
  • Kardamom
  • Minze
  • Salbei
  • Wacholderbeeren
  • Gewürznelken
  • Ingwer
  • Kaffeebohnen

Je nach Ihrer geschmacklichen Vorliebe können Sie von diesen Heilpflanzen und Samen im Bedarfsfall ein paar Blättchen oder Samenkörner kauen. Von der Ingwerwurzel schneiden Sie einfach eine dünne Scheibe ab und legen sie auf die Zunge.

Mit konsequenter Mundhygiene und der Hilfe aus der Natur können Sie sich Ihren Mitmenschen wieder ohne Sorge um Ihre Atemluft ungezwungen zuwenden.

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