Zahlen Sie beim Medikamentekauf keine „Apothekenpreise"
Dr. Dietmar Kowertz in Täglich Gesund
vom 18. Februar 2009, 16:00 Uhr
GNL5356
Schmerzmittel, Erkältungsmedikamente, Magen-Darm-Präparate, das sind die Renner bei den frei verkäuflichen Medikamenten. Anlass genug für Hersteller und Händler, die Preise gerade hier kräftig anzuheben. So stieg nach Untersuchungen der ARD und der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen beispielsweise der Preis für 20 Tabletten Eudorlin extra (Wirkstoff Ibuprofen, 400 mg) von 2002 bis 2006 um 22 Prozent, der Preis für 10 Tabletten Benuron (Wirkstoff Paracetamol, 500 mg) im selben Zeitraum gar um 135 Prozent. Im Schnitt legten die Preise in den letzten vier Jahren um 12 Prozent zu. Schieben Sie dieser Preistreiberei einen Riegel vor! BENEFIT sagt, was Sie dazu wissen müssen und wie Sie dabei am besten vorgehen.
Wenn Sie in eine Apotheke kommen und ein frei verkäufliches Medikament verlangen, wird der Apotheker in den meisten Fällen zunächst versuchen, Ihnen ein Präparat der gehobenen Preisklasse zu verkaufen, weil er daran mehr verdient. Dabei gibt es fast immer preiswertere Alternativen, die denselben Wirkstoff in derselben Menge enthalten, die so genannten Generika. Diese dürfen nach Ablauf einer Schutzfrist nicht nur vom Originalhersteller, sondern auch von anderen Pharmafirmen produziert und verkauft werden. Da diese Firmen nicht mit Entwicklungskosten belastet sind, können sie das Produkt sehr viel preisgünstiger anbieten.
Hier sind die Sparmöglichkeiten erheblich: So kostet die 100er Packung Aspirin (Wirkstoff: Acetylsalicylsäure) von Bayer ca. 15 Euro, die preiswerteste identische Alternative ASS 500 von 1 A Pharma jedoch nur 3,85 Euro. 50 Filmtabletten mit dem Wirkstoff Ibuprofen (400 mg) kosten von Dolormin 11,18 Euro, von Fibraflex nur 6,25 Euro. Diese Beispiele zeigen, dass Sie bei einem Großeinkauf" in Ihrer Apotheke, etwa vor der Urlaubsreise, leicht 20, 30 Euro oder mehr sparen können, wenn Sie gezielt nach Generika fragen.
Scheuen Sie sich nicht, nach dem billigsten Produkt zu fragen. Der Apotheker kann dies schnell in seinem Computer aufrufen und Ihnen den Preis nennen. Oft sind diese preiswerteren Medikamente nicht auf Lager und müssen erst bestellt werden. Das klappt meistens bis zum folgenden Tag.
Selbst wenn Ihnen das Originalprodukt lieber ist, müssen Sie nicht den Original-Hochpreis bezahlen, sondern können es billiger als so genannten Reimport erwerben. Reimportierte Arzneimittel sind in Deutschland hergestellt, ins Ausland exportiert und dann aufgrund des dort niedrigeren Preises nach Deutschland reimportiert worden. So kostet beispielsweise das von Kohl-Pharma reimportierte Aspirin von Bayer (s.o.) statt 15,10 Euro nur noch 10,18 Euro.
Mein Tipp: Wenn Sie immer in derselben Apotheke einkaufen, kann diese Ihre verordneten und selbst gekauften Medikamente mit Hilfe einer Datenbank auf Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten überprüfen. Darüber hinaus kann Ihnen Ihr Apotheker sagen, welche Medikamente Ihnen besonders wirksam geholfen haben.