Winterpower für Ihre Haut
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 02.11.2007 06:00 Uhr
GNL5356
Sobald die Haut von Kälte und Heizungsluft in Wechselbäder gestürzt wird, zeigt sie, dass sie sich nicht wohlfühlt. Ihre Haut hat gewissermaßen alle Hände voll zu tun. Sie ist eine komplizierte Fabrik, in der es unterschiedliche Aufgabenbereiche gibt. Sie besteht aus mehreren Schichten. Die oberste besteht aus abgestorbenen Zellen, das ist die Hornschicht. Die nächste Schicht wird Epidermis genannt, hier wird der Nachschub der Hautzellen gebildet. Die hier beheimateten Melaninzellen sorgen für den wichtigen Pigmentschutz gegen Sonnenstrahlen.
Dann folgt die Lederhaut. Sie ist die Nachrichtenzentrale unseres Körpers. Auf ihr drängeln sich Sinneskörperchen, Schweiß- und Talgdrüsen. Hier finden sich viele elastische Fasern, die die Haut glatt halten. Werden sie „altersschwach“, entstehen Falten. Deswegen gilt die Lederhaut auch als „Heimstätte der Falten“. Die Unterhaut darunter ist die Versorgungsstation für die beiden oberen Schichten. Damit Sie Ihre Körpertemperatur halten können, gehört zu ihr noch eine dicke Isolierschicht: das Unterhautfettgewebe. Es besteht aus Fett, das Ihre inneren Organe schützt und warm hält, aus Blutgefäßen, Schweißdrüsen und Nervenenden.
Sie befinden sich in permanenter Häutung
Wie die Steine einer Mauer übereinander geschichtet, bilden die toten Hautzellen die äußere Barriere, die Ihr Inneres vor dem Austrocknen und vor Verletzungen schützt. Die oberste Lage löst sich einmal am Tag, die ganze Hornschicht wird in vier Wochen erneuert. An die zwei Milliarden Hautzellen bilden Sie täglich! Jede Haut entwickelt auf ihrer Oberfläche einen leicht sauren Film, der aus den Absonderungen der Hornschicht sowie der Talg- und Schweißdrüsen besteht. Das ist der so genannte Säureschutzmantel. Er ist Ihr Schutzwall gegen Einflüsse von außen: Kälte, Wärme, Chemikalien oder Krankheitserreger. Am Zustand und an der Zusammensetzung des Säureschutzmantels orientiert sich auch die Pflege.
So machen Sie Ihre Haut winterfit
In der Übergangszeit und im Winter ist die reifere Haut oft matt und spannt leicht, manchmal sieht sie etwas schuppig aus. Da die Poren – vor allem bei trockener Haut – sehr wenig Fett bilden, besitzt die Haut keine ausreichende Schutzschicht gegen Kälte und Wind. Das verschärft sich mit dem Alter und mit den „Sünden“ natürlich noch. Fältchen werden rascher sichtbar. Was Ihrer Haut gut bekommt und ein angenehmes Gefühl hinterlässt, müssen Sie am besten ausprobieren. Es muss die richtige Mischung vom Fett und Feuchtigkeit sein. Spannt Ihre Haut nach kurzer Zeit schon wieder, ist die Pflege falsch. Dann bekommt Ihre Haut – je nach Hauttyp – entweder zu wenig Fett, zu wenig Feuchtigkeit oder beides. Haben Sie eine gute Serie gefunden, bleiben Sie dabei. Denn die Haut reagiert oft sauer auf einen Wechsel. Auch das häufige Ausprobieren von Proben stört sie sehr.
Was Ihre Pflege in der kalten Jahreszeit auf alle Fälle braucht, sind eine Menge Feuchtigkeitsbinder. Gut sind Präparate mit natürlichen Ölen – wie Mandel-, Weizenkeim- oder Jojobaöl – und starken Wasserbindern. Das schützt die Haut. Denn wird sie trocken und spröde, reißt sie leicht ein. Durch die winzigen Öffnungen können Bakterien und Co. ungehindert eindringen. Entgiftungssystem und Abwehr laufen nun auf Hochtouren, die Haut rötet sich und kann sich entzünden. Zusätzlich wird sie noch von den freien Radikalen gequält. Duftstoffe, Emulgatoren und Konservierungsmittel gehören zu den größten Hautreizern. Versuchen Sie lieber allergiegetestete Präparate zu finden. Extrakte aus Algen, Korallen oder Plankton können sensible Haut stabilisieren.
Der beste und einfachste Trick, der Haut im Gesicht und am ganzen Körper auf gesunde Sprünge zu helfen, ist die Wechseldusche am Morgen. Durch den Wechsel von warm und kalt, wird die Haut besser durchblutet und widerstandsfähiger.