Wieso wirkt die Akupunktur, wie sie wirkt?
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell zum Thema Akupunktur
vom 10. Februar 2011, 06:00 Uhr
GNL5356
die Wirksamkeitsnachweise der Akupunktur häufen sich. Erst kürzlich untersucht eine Forschergruppe von der Universität Essen die Gehirne von 18 akupunktierten Personen mit Hilfe der Computertomographie. Dabei zeigte sich, dass das Schmerzempfinden an verschiedenen Stationen der Wahrnehmung deutlich gesenkt wurde. Die Forscher konnte nachweisen, dass dies nicht auf die positive Erwartungshaltung der Teilnehmer - also auf einen Placebo-Effekt - zurückzuführen war, sondern auf die körperlichen Auswirkungen der Akupunkturnadeln. Das Gehirn schüttet mehr Endorphine aus und reagiert noch sensibler auf diese körpereigenen Schmerzmittel. Das hemmt die Schmerzen wirksam. Zu dieser Erkenntnis waren auch schon einige andere Wissenschaftler gekommen.
Nach den Ergebnissen einer amerikanischen Untersuchung spielt ein Molekül namens Adenosin eine große Rolle. Dieser körpereigene Stoff greift direkt in die Schmerzübertragung ein. Er wird gleich nach dem Einstechen der Akupunkturnadel rund um die Einstichstelle in größeren Mengen ausgeschüttet. Die Forscher vermuten nun, dass es sich hierbei um einen Regulationsmechanismus Ihres Körpers handeln könnte, der bei der gezielten Verletzung des Gewebes an der Einstichstelle eine heilende Wirkung anstößt. Ungeklärt ist noch, wieso diese lokale Wirkung auf andere - entferntere - Organe ausstrahlen kann. Dieses liegt möglicherweise nicht an den Meridianen, sondern an der Weiterleitung der Reize im Nervensystem. Die Akupunkturpunkte liegen meist an Stellen, an denen sich recht viele Nervenenden befinden. Die Nadelung löst Störreize im Körper aus, deren Wirkung sich über den ganzen Körper erstreckt. Das könnte auch erklären, warum die Akupunktur häufig an Stellen wirkt, die nicht an den in der TCM dafür vorgesehenen Stellen der Meridiane liegen.
Bleiben Sie natürlich gesund!
Ihre Sylvia Schneider
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Bernd (10.02. 2011 08:06 Uhr):
Dass Reizübertragung über Meridiane stattfindet, wurde längst nachgewiesen, etwa thermographisch, mit Radioisotopen, durch computergestützte Akupunktur. Ergänzend können zwar bei manchen Akupunkten,z.B. GV 20 - Baihui, Nervenbahnen involviert sein, hierbei gibt es übrigens Gemeinsamkeiten mit ayurvedischen Marmas. Nur ein kleiner Bruchteil des Potentials der TCM würde jedoch erschlossen, wenn man sich auf Übertragungswege via Nervensystem beschränkt. Vielmehr häufen sich schulmedizinische Studien, in denen eine physiologische Wirksamkeit weit entfernt von dem stimulierten Akupunkt und ohne erkennbaren Bezug zum Nervensystem nachgewiesen wurde.
Antworten - Kommentar von Dr Ivanka Gützlaff (10.02. 2011 10:25 Uhr):
Eine sehr sinnvolle Ergänzungsmaßnahme zu Akupunktur-Sitzungen beim Arzt oder Physiotherapeuten ist eine neuartige Rückenbandage mit integrierten Akupressur-Kissen. Die Patienten bestätigen eine Schmerzlinderung bereits nach wenigen Minuten Tragezeit. Die individuell verstellbaren Druck-Kissen halten die Lendenwirbelsäule in der physiologisch korrekten Stellung und aktivieren durch das Kneten, Massieren und den wechselnden Druck die umliegende Muskulatur. Die Akupressur-Wirkung der Kissen wird über die Muskulatur auf die einzelnen Wirbeln übertragen. Es entsteht eine wohltuende Traktion, der Druck auf die Bandscheiben wird reduziert, die Schmerzen lassen nach. Die Druckintensität lässt sich individuell durch einen breiten elastischen Zuggurt zusätzlich regulieren. Bei Testpersonen im Rahmen einer klinischen Studie wurde eine deutlich reduzierte Einahme von Schmerzmitteln dokumentiert. Die CHIMANO Rückenbandage ist im Internethandel erhältlich.
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