Wie Skifahrer Lawinen auslösen
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 19. Januar 2009, 05:00 Uhr
GNL5356
Leichtsinnige Wintersportler lösen jedes Jahr gefährliche Lawinen aus, wenn sie sich auf eigene Faust von den empfohlenen Wegen entfernen. Sie riskieren damit ihr eigenes Leben und das von anderen. Sie betätigen sich in dem sensiblen Gelände gewissermaßen als „Zünder" und können auch Hunderte von Metern oberhalb von sich in Steillagen Lawinen auslösen. Der Skiläufer kann selbst im flacheren Hangbereich Instabilitäten in Eis und Schnee auslösen, die im Steilbereich die Schneemassen in Bewegung setzen.
Forscher vom Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik haben gemeinsam mit Kollegen von der Universität Edinburgh ein Modell entwickelt, dass dieses Phänomen der Lawine mit „Fernzündung" plausibel macht. Der Schneeboden setzt sich aus drei Schichten zusammen:
- der festen und gesetzten Altschneeschicht
- einer dünnen Reifschicht mit sehr feinen Eiskristallen
- einer Schicht aus Neuschnee.
Fährt nun ein Skiläufer in einem flachen, talnahen Bereich durch den Schnee, kann die dünne Reifschicht in sich zusammensacken. Sie enthält Hohlräume, die das ermöglichen. Dieses Einbrechen setzten Energie frei, die dafür sorgt, dass die Verbindung mit der Neuschneeschicht reißt. Dieser so genannte Volumenkollaps kann sich vom Skifahrer ausgehend nach oben oder nach unten wie in einem Dominoeffekt blitzartig ausbreiten. Dann sind unter Umständen in oberen Hanglagen die Schneemassen nicht mehr zu halten.
Und die Moral von der Geschicht: Bleiben Sie lieber auf den sicheren und empfohlenen Wegen. Sie müssen unter diesen Umständen nicht unbedingt demonstrieren, was für ein Abenteurer Sie sind ...