Wie sich Zahngesundheit auf Ihre Bauchspeicheldrüse auswirken kann
unserer Amerika-Korrespondentin Jenny Thompson in Täglich Gesund
vom 31.01.2007 16:00 Uhr
GNL5356
Lieber Leser,
dies sind die beiden besten Wege, um zu vermeiden, dass Sie an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkranken:
- Halten Sie ein angemessenes Gewicht.
- Rauchen Sie nicht.
Die Wissenschaftler der Harvard School of Public Health sind der Meinung, dass sie Beweise für einen dritten Punkt auf dieser Liste gefunden haben: Benützen Sie Zahnseide für Ihre Zähne.
Bauchspeicheldrüsenkrebs ist ein so genannter „silent killer“. Die ersten Symptome sind subtil. Wenn die Krankheit korrekt diagnostiziert werden kann, ist es meist zu spät, um sie effektiv zu behandeln. Die Ergebnisse zweier älterer Studien weisen darauf hin, dass Erkrankungen des Zahnfleischs ein Risikofaktor für Bauchspeicheldrüsenkrebs sein können.
Aber keine dieser Studien berücksichtigten gleichzeitig die Effekte des Rauchens, daher führten die Wissenschaftler aus Harvard eine neue Studie durch, bei der diese auch mit berücksichtigt wurden.
Die Zusammenfassung der Studie:
- Die Wissenschaftler werteten die medizinischen Daten einer Gruppe von mehr als 51.000 Männern aus. Sie waren Teilnehmer der Health Professionals Follow-Up Study und zwischen 40 und 75 Jahre alt.
- Während der 16-jährigen Studiendauer von 1986 bis 2002 füllten die Männer alle zwei Jahre einen Gesundheits-Fragebogen aus.
- Während dieser 16 Jahre wurde bei 216 Männern Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert.
- Die Daten zeigten, dass die Männer, die Zahnfleischerkrankungen hatten (sowohl Raucher als auch Nichtraucher) ein deutlich höheres Risiko aufwiesen, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken als Männer ohne Zahnfleischerkrankungen.
- Bei denjenigen, die nie geraucht hatten, aber unter Zahnfleischerkrankungen litten, war das Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken, zwei Mal so hoch wie das derjenigen, die nie Zahnfleischprobleme hatten.
Es sind weitere Untersuchungen nötig, um diesen Zusammenhang genauer zu bestätigen und herauszufinden, welche Mechanismen für diese Verbindung verantwortlich sind. Die Wissenschaftler sind der Meinung, dass eine Kombination aus Entzündungen im Körper und Giften, die von den Mundbakterien produziert werden, ein Grund sein könnten.