Wie sich Ihr Kalorienbedarf ändert
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 7. Juli 2010, 06:00 Uhr
GNL5356
mit dem Alter braucht Ihr Körper weniger Energie für die Arbeit seiner Organe. Denn der Stoffwechsel läuft insgesamt langsamer, die körpereigenen Reparaturvorgänge und die Zellerneuerung werden allmählich zurückgefahren. Die Ursache liegt vor allem aber auch darin, dass mit dem Alter Muskelmasse abgebaut wird. Darauf reagiert der Körper, indem er den so genannten Grundumsatz an Kalorien senkt. Ihr täglicher Bedarf an Kalorien nimmt ab. Dadurch entsteht eine fatale Situation: Einerseits brauchen Sie weniger Kalorien, andererseits aber die gleiche Menge an Nähr- und Vitalstoffe wie vorher. Als 75jähriger brauchen Sie beispielsweise etwa 20 Prozent weniger Energie als ein Mann mit 25 - das entspricht etwa 375 Kalorien am Tag. Bei Frauen sind es etwa 200 Kalorien am Tag weniger. Zusätzlich bewegen sich ältere Menschen häufig weniger, so dass ihr Energieverbrauch sinkt. Bekannte Folge: Zu viele Kilo auf der Waage. Auch ohne große Ernährungssünden schleichen sich wachsende Bäuche und Rettungsringe ein.
Selbst bei gesunder Kost und „gezügeltem" Verzehr ist es in diesen Jahren nicht einfach, sein Normalgewicht zu halten. Parallel zu dem Minderbedarf an Kalorien, sollten Sie deshalb Ihr Pensum an Bewegung erhöhen, dann sind Sie auf der sicheren Seite. Ein annähernd normales Körpergewicht entlastet den Stoffwechsel und schont die Gelenke. Auch Herz und Kreislauf profitieren davon. Es führt zu mehr Lebendigkeit, Beweglichkeit und Lebensfreude.
Dennoch schadet Ihnen ein wenig mehr auf den Rippen nicht, im Gegenteil, es ist sogar besser für Sie - sofern es sich nicht um richtiges Übergewicht handelt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung DGE hat das Normalgewicht für ältere Menschen etwas nach oben verlegt und nennt für Menschen ab 65 als Normalwert einen höheren Body Mass Index (BMI) als bei Jüngeren. Die Deutsche Gesellschaft für Adipositasforschung hält bei Frauen einen BMI für 24 bis 29 für akzeptabel (zum Vergleich: bei jüngeren Frauen liegt er bei 19 bis 24) bei Männern 26 bis 30 (jüngere Männer: 20 bis 25). Ein BMI unter 20 gilt bei älteren Menschen als alarmierendes Untergewicht (bei Jüngeren 18). Menschen ab 70 Jahren sollte man nicht mehr zum Abnehmen raten, so ist die Erfahrung von Professor Monika Neuhäuser-Berthold von der Universität Gießen.
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Bleiben Sie natürlich gesund!
Ihre Sylvia Schneider
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Ursula Menzel (07.07. 2010 15:30 Uhr):
Liebe Frau Schneider, ein gewichtiges Thema, das Sie ansprechen. Wie eng Ernährung und Gesundheit zusammen hängen, haben viele Menschen scheinbar noch nicht erkannt. Übergewicht durch Fehlernährung treiben die Kosten für Therapien in die Höhe. Kein Wunder, wenn da die Krankenkassen ein enormes Defizit aufweisen, das am Ende der Versicherte schultern muss. Dass es auch anders geht, lernte ich Ende der 90er Jahre kennen, als bei mir zum ersten Mal Diabetes festgestellt wurde. Damals war ich insulinpflichtig. Durch die Umstellung meiner Ernährung nahm ich elf Kilo ab. Mein BMI liegt heute bei 22,8 Insulinpflichtig bin ich seit Jahren nicht mehr. Mit einem Medikament in geringer Dosis, ballaststoffreicher Ernährung und Gymnastik oder Callanetics habe ich auch den Diabetes im Griff. Mein weiteres Ziel ist natürlich, ohne Chemie auszukommen. Mit freundlichen Grüßen Ursula Menzel
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