Wie riskant sind Zusatzstoffe für Sie?
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell zum Thema Zusatzstoffe
vom 10. Juli 2008, 06:00 Uhr
GNL5223
Zusatzstoffe bieten dem Lebensmittelhersteller technologische Hilfen an unterschiedlichen Stellen der Herstellung: So können Zusatzstoffe wie Konservierungsmittel und Antioxidanzien einen vorzeitigen Lebensmittelverderb verhindern oder einen positiven Einfluss auf die Lebensmittel entfalten wie etwa die Rieselhilfe bei Kochsalz. Durch Zusatzstoffe wie Farbstoffe, Süßstoffe, Aromastoffe und Geschmacksverstärker werden Ihre Sinne stärker angesprochen. Andere Zusatzstoffe helfen beim Herausholen, Reinigen, Verarbeiten und Formen von Lebensmittelinhaltsstoffen oder Lebensmitteln. Diese Aufgabe übernehmen Extraktionsmittel, Klärmittel, Trägerstoffe oder Lösungsmittel. Ohne all diese Hilfsmittel gäbe es keine industriell gefertigten Saftgetränke, Dosengerichte, Tütensuppen, Fertigpizzen oder Schnellgerichte. Die Zusatzstoffe müssen auf dem Etikett ausgewiesen sein.
Die klassischen Zutaten werden in kleine Einheiten zerlegt - was in der Lebensmittelbranche modifiziert heißt - bearbeitet, haltbar gemacht und wieder neu zusammengefügt. Die ganze und unendliche Fülle natürlicher Stoffe wird in modifizierter oder nachgebauter Form als Zutaten für die Lebensmittel verwendet. Die Rezepturen werden immer komplizierter, die Herstellungsprozesse immer hochtechnisierter und entfernen sich immer weiter von der Natur. Dabei ist am Ende oft nicht mehr viel von den wertvollen Anfangszutaten übrig. Bei vielen Nahrungsmitteln wird erst der natürliche Geschmack heraus extrahiert, dann werden sie bis zur Unkenntlichkeit bearbeitet, wieder zusammengefügt, mit meist chemischen Zusatzstoffen bestückt und mit künstlichem Geschmacksträgern versehen.
Vom einzelnen Zusatzstoff geht dennoch keine Gefahr für Ihre Gesundheit aus. Die Zusatzstoffe gehören zu den meist geprüften Zutaten von Lebensmitteln. Ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit bezieht sich jedoch nur auf eine bestimmte Verzehrmenge pro Tag. Da die Mengen auf der Verpackung nicht angegeben sind, können Sie sich am Ende keine Vorstellung davon machen, wie viel Sie nun tatsächlich zu sich genommen haben.
Ihr Risiko liegt also in der Summierung solcher Stoffe. Das heißt: Je mehr industriell gefertigte Nahrung Sie zu sich nehmen, desto mehr solcher Zusatzstoffe essen Sie und desto weniger natürliche Nahrungsmittel nehmen Sie zu sich. Vor allem deren Inhaltsstoffe - etwa die „echten" Vitamine und Mineralstoffe - fehlen Ihnen dann in Ihrer Gesundheitsbilanz.