Wie riskant ist Kochsalz für Ihr Herz?
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten zum Thema Sportmedizin
vom 11. September 2008, 05:00 Uhr
GNL5223
Wenn Sie weniger Salz zu sich nehmen, kann sich das positiv auf Ihren Blutdruck auswirken. Weil Natrium - der eine Bestandteil des Kochsalzes - die Eigenschaft besitzt, Wasser an sich zu binden, steigt mit höherem Natriumgehalt des Körpers das Blutvolumen und gleichzeitig der Druck in den Blutgefäßen. Die Nieren vieler Menschen mit Bluthochdruck (Hypertoniker) können zudem Salz nicht mehr richtig ausscheiden, wodurch im Körper zu viel Flüssigkeit gespeichert wird.
Bekannt ist inzwischen, dass manche Menschen aufgrund ihrer genetischen Disposition empfindlich auf Salz reagieren. Dazu zählen jedoch auch Menschen mit normalem Blutdruck. Wenn Sie wissen wollen, ob Sie dazu gehören, können Sie das von Ihrem Arzt testen lassen: Zunächst wird Ihr Blutdruck gemessen und notiert, dann steigen Sie unter der Kontrolle Ihres Arztes für eine Weile auf salzarme Kost um. In dieser Zeit wird immer wieder zu unterschiedlichen Zeiten der Blutdruckwert notiert. Nach einer bestimmten Phase wird ein Durchschnittswert errechnet. Liegt dieser eindeutig unter dem Ausgangswert, gehören Sie zu den salzempfindlichen Menschen.
Empfohlen wird für Hypertoniker - besonders für salzempfindliche - eine Kost, die salzarm ist, dafür aber viel Obst und Gemüse enthält. Darin ist dann auch viel Kalium enthalten, dieser mineralische Gegenspieler hält die unerwünschten Wirkungen des Kochsalzes in Schach. Das Verhältnis von Natrium und Kalium in der Nahrung wird oft völlig außer Acht gelassen. Kalium aber scheint für den Blutdruck eine ebenso wichtige Bedeutung zu haben. Es fördert als Gegenspieler des Natriums die Natriumausscheidung über die Nieren und wirkt entspannend auf die Blutgefäße. Zwei Gramm Kalium täglich werden empfohlen. Kalium ist vor allem in Obst und Gemüse enthalten wie dicken Bohnen, Erbsen, Fenchel, Kartoffeln, Bananen und Aprikosen.
Machen Sie es wie ich und gewöhnen Sie sich an, bei Tisch nicht nachzusalzen. Würzen Sie stattdessen lieber mit Kräutern und salzarmen Gewürzmischungen. In industrieller Fertignahrung, Wurst, Käse und fertigen Würzmixen versteckt sich meist viel Salz, deshalb kochen Sie selbst mit frischen Zutaten. Essen Sie von Käse und Wurst nur kleine Mengen. Meiden Sie gepökelte, gesalzene und geräucherte Fisch- und Fleischwaren. Essen Sie statt Salzgebäck und Salznüssen lieber Obst- oder Gemüseschnitze. Ließ sich - etwa aus beruflichen Gründen - ein salzreicher Tag nicht umgehen, dann legen Sie einen Obst- oder einen Reistag zum Ausgleich ein.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt sechs Gramm täglich als maximalen Richtwert für die Salzaufnahme. Das entspricht etwa einem Teelöffel Salz. Dieses Tagesquantum erreichen Sie bereits, wenn Sie sich darauf beschränken, Ihr selbst gekochtes Essen mit einem bis zwei Gramm zu salzen.