Wie hilfreich kann die Trance für Sie sein?
Naturmedizin aktuell
vom 02.08.2007 06:00 Uhr
GNL5356
von Sylvia Schneider
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Hypnose gilt als eines der ältesten Heilverfahren der Welt. Die Trance kann wirksam Ängste lösen und Schmerzen lindern. Viele Menschen fürchten sich davor, doch immer mehr Ärzte und Zahnärzte setzen sie als positive Alternative zu Betäubungsmitteln und als Heilverfahren ein. Die Hypnose mausert sich zu einem hilfreichen und wirksamen Heil- und Hilfsmittel der Medizin – vorausgesetzt, sie wird von seriösen Therapeuten eingesetzt.
Der Gedanke an eine Hypnose löst jedoch bei vielen die Furcht aus, dass sie dabei die Kontrolle über sich aus der Hand geben könnten und unwillentlich Dinge sagen beziehungsweise tun könnten, die sie hinterher bereuen. Doch die Befürchtungen erweisen sich als unbegründet.
Ihr Gehirn schützt Sie auch in der Trance
Niemand verwandelt sich während einer Hypnose in ein willenloses Wesen, das die intimsten Geheimnisse ausplaudert und sich wie ein albernes Kind benimmt, ohne es bewusst zu bemerken. Das kennen wir nur aus Filmen oder Bühnenshows, wo gemogelt wird, dass sich die Balken biegen. “Alles Bluff”, konstatierte der Forscher Graham Wagstaff von der Universität Liverpool, nachdem er öffentliche Hypnose-Spektakel unter die wissenschaftliche Lupe genommen hatte. Ihr Gehirn schützt sich selbst vor solchen Missgriffen. Niemand kann gegen seinen Willen hypnotisiert werden. Seriöse Experten sprechen deshalb auch lieber von “gelenkter Selbsthypnose”.
Hypnose macht den Zahnarztbesuch stressfreier
Bewährt hat sich die Hypnose vor allem bei schlimmen Ängsten vor dem Zahnarzt. Immer mehr Zahnärzte bieten ihren Patienten dieses Verfahren deshalb heute als sanfte Möglichkeit der Betäubung an. Viele sind inzwischen in der Gesellschaft für Zahnärztliche Hypnose organisiert.
Und so funktioniert die Hypnose: Der Arzt oder Therapeut versetzt Sie in Trance, indem er Ihnen einen Leitsatz vorgibt – etwa “Sie werden jetzt ganz müde, Ihre Glieder werden schwer, Sie schlafen jetzt!” Manchmal hält er anfangs noch ein Pendel vor die Augen, das sich gleichmäßig bewegt, den Organismus in diesen ruhigen Takt bringt und die Augen müde werden lässt. Dann tauchen Sie langsam weg – ähnlich wie in der angenehmen Entspannungsphase kurz vor dem Einschlafen. Wahrscheinlich werden Ihnen jetzt Bilder durch den Kopf gehen, auf die Sie sich konzentrieren. Der Hypnotiseur unterstützt diesen Prozess.
Ängste und Schmerzen verblassen und treten in den Hintergrund. Denn der Stoffwechsel verlangsamt sich, der Atem wird ruhiger, der Blutdruck geht herunter und die Muskulatur entspannt sich. Es werden weniger Stresshormone ausgeschüttet. Sie können sich nun beispielsweise als ängstlicher Patient völlig entspannt auf dem Behandlungsstuhl ausstrecken, während der Zahnarzt Ihre Zähne saniert. Ihr Bewusstsein für Zeit und Ort bleibt unbeeinträchtigt. Nach der Trance sind keine Nachwirkungen zu befürchten, wenn sie kompetent ausgeführt wurde.
Wo finden Sie einen seriösen Hypnosetherapeuten?
Wenn Sie auf der Suche nach einem geeigneten Hypnotiseur sind, sollten Sie als Erstes darauf schauen, dass es sich um einen Arzt, einen Psychologen oder einen ausgewiesenen Psychotherapeuten handelt. Eine fundierte Zusatzausbildung in Hypnose muss vorhanden sein. Fragen Sie ruhig danach. Wenn von Ihnen bereits in der ersten Sitzung das Honorar für die ganze Therapie verlangt wird, sollten Sie ebenso gewarnt sein wie wenn der Therapeut unbotmäßig mit seiner Hypnose wirbt. Adressen von seriösen Therapeuten erhalten sie hier:
Deutsche Gesellschaft für Zahnärztliche Hypnose
Esslinger Str. 40
70 182 Stuttgart
Tel.: 0711 – 236 06 18
Fax: 0711 – 24 40 32
www.hypno.org
Deutsche Gesellschaft für Hypnose
Druffelsweg 3
48 653 Coesfeld
Tel.: 0 25 41 – 700 07
Fax: 0 25 41 - 700 08
www.hypnose-dgh.de
Milton H. Erickson-Gesellschaft für Klinische Hypnose e.V.
Konradtsr. 16
80801 München
Tel.: 089 – 34 02 97 20
Fax: 089 – 34 02 97 19
www.dgzh.de