Wie gefährlich ist die elektrische Zigarette?
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 5. Januar 2012, 05:00 Uhr
GNL5356
Natürlich haben Sie schon von der E-Zigarette gehört. In den letzten Monaten wurde sie hochgejubelt als Alternative zu herkömmlichen Glimmstängeln - obwohl es angebrachter gewesen wäre, sie erst einmal durchaus kritisch zu betrachten. Denn es ist noch immer fraglich, ob sie überhaupt so ein Fortschritt ist, wie es dargestellt wird.
Rauchen ohne schädliche Stoffe, wie sie bei der Tabakverbrennung entstehen, sauberer Genuss, keine Schädigung der Lunge, keine Gefährdung von Passivrauchern - für passionierte Raucher klingt das zu schön, um wahr zu sein. Doch die Werbung für das neue Rauchutensil verspricht ihnen das. Das funktioniert so: Die E-Zigarette besteht aus einer Batterie, einer Verdampferkammer und einem Aroma- bzw. Nikotin(!)depot. Für das Glutgefühl ist sie noch ausgestattet mit einer LED-Leuchte. Wird an der Zigarette gezogen, erhitzt sich im Verdampfer eine Flüssigkeit und wird in Dampf umgewandelt. Diesen inhalieren die Raucher und dampfen dann anstatt zu rauchen. Die Trägersubstanz ist Propylenglykol, das als ungiftig gilt. Doch es entstehen Zersetzungsprodukte, die offenbar nicht hinreichend geprüft wurden. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg warnt vor der Verharmlosung der E-Zigarette und weist gleichzeitig daraufhin, dass das Suchtpotenzial und das schlechte Vorbild für Kinder und Jugendliche damit nicht ausgemerzt sei.
Die Plastikzigaretten werden als inzwischen von vielen Experten als gefährlich eingestuft. Auch ihre Kartuschen stecken - vergleichbar mit einer echten Zigarette - nicht nur voller Nikotin, sondern oft auch voller Substanzen, die Ihre Gesundheit schädigen können, sagen sie. Sie enthielten krebserregende Substanzen. Und auch der Raucherhusten bleibe nicht nur denjenigen vorbehalten, die zur echten Zigarette greifen. Denn die Dämpfe, die Sie bei der E-Zigarette einatmen, können ebenfalls zu Atemwegsreizungen führen. Auch sehen Experten die E-Zigarette kritisch, wenn es um einen Rauchstopp geht. Denn um von den Glimmstängeln los zu kommen, sei vor allem eine Verhaltensänderung nötig. Diese schaffen die meisten mit der E-Zigarette nicht - vielmehr rauchen sie so weiter wie vorher. Dagegen spricht eine Pilotstudie, über die die medizinische Fachschrift „Medical Tribune" berichtet. Rund 40 Raucher, die nicht damit aufhören wollten, durften im Dienste der Wissenschaft 24 Wochen lang dampfen statt rauchen. Bei fünf Teilnehmern ergab sich keine Änderung der gedampften Zigaretten gegenüber den echten Qualmstängeln. Bei 22 bewirkte die E-Zigarette eine Einschränkung des täglichen Konsums um 50 Prozent. Fünf Raucher senkten Ihren Konsum um 80 Prozent und neun Raucher hörten gänzlich auf zu rauchen. Soweit die neuesten Erkenntnisse.
Der Verband des deutschen eZigarettenhandels wehrt sich gegen die negative Meinungsmache von berufener Seite. Ziel sei die Image-Schädigung eines sehr erfolgreichen Produktes, welches nach seiner Darstellung erheblich weniger schädlich ist als die Tabakzigarette.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von marina (07.01. 2012 09:15 Uhr):
Wie sieht es denn mit E-Zigaretten ohne Nikotin Depot aus ? Ich denke wenn ich den Nikotin raus lasse und mit diesen "Dampfern" täglich nur 5 Zigaretten spare, ist das nichts ? Dabei ist der Gedanke auch, bei längerem Konsum über Wochen bzw. vielleicht Monaten dabei die Sucht nach dem Nikotin zu dämmen. Liege ich falsch ?
Antworten- Antwort von Brgitta Grabner Mag (08.01. 2012 22:25 Uhr):
Ich finde die E-Zig. sehr gut. Da stinkt nichts und ich habe den gewünschten Genuß. Kann aber nicht wirklich mitreden - bin nur Gelegenheitsraucherin, ähnlich wie mit Alkohol. Hab' ich es nicht, kann ich damit auch gut leben. Glaube nicht, dass man damit die Sucht in den Griff bekommt. Ohne Nikotin kommt es vermutlich zu Entzugserscheinungen. Wäre das anders, dann würden Nikotinkaugummi u.ä.m. nicht als Hilfe zur Entwöhnung angeboten werden.
- Antwort von Brgitta Grabner Mag (08.01. 2012 22:25 Uhr):
- Kommentar von Brigitta Grabner Mag (08.01. 2012 22:15 Uhr):
Ist das wirklich ein soo wichtiges Thema? Die echten Raucher bleiben Raucher und den Rest der Welt interessiert das nicht! Gibt genügend andere "Süchte" - über die niemand spricht. Habe das Gefühl, dass hier eine Art Hetzkampagne losgetreten wurde. Entweder man verbietet Rauchen generell - d.h. es gibt dann auch keine Einnahmen aus der Tabaksteuer oder man hört endlich auf mit der Hetzjagd. Gibt 2 Gruppen auf die man ständig hinhackt "Raucher und Dicke". Kein Mensch spricht von den Alkoholikern und Schlankheitsfanatikern und niemand spricht über die Miesepeter die sich und ihre Mitmenschen mit ihren negativen Gedanken erheblichen Schaden zufügen können. Bin Gelegenheitsraucher und habe 65kg und dabei bleibt es.
Antworten - Kommentar von Peter (09.01. 2012 02:42 Uhr):
Kurz gefasst -> Nikotin macht süchtig - die anderen Stoffe wie z.B. Teer, etc. sind gesundheitschädigend. Folglich ist die Vermeidung der "anderen Stoffe" - wie es bei der E-Zigarette der Fall ist - ein echter Fortschritt.
Antworten - Kommentar von Walter Rutz (09.01. 2012 07:14 Uhr):
ich denke, es ist wie bei allen neuen Dingen, die auf den Markt kommen und eventuell einer anderen Produktgruppe schaden könnten. Meistens lassen bisherige Marktführer Analysen erstellen, die das neue Produkt schlechter stellen als das bisherige, hier also die herkömmliche Zigarette, in die wohl bis zu 600 verschiedene Zusatzstoffe eingefügt werden, inklusive weitere suchtverstärkende Mittel, um die Kundschaft beim "Stengel" zu halten. Raucher wissen, dass sie sich systematisch vergiften, aber lassen es nicht. Wenn durch die E-Zigarette 2-5% der Raucher ihren Konsum einschränken oder ganz aufhören, dann ist das ein Verlust, der die alte Branche trifft. Also schnell verteufeln.!!! Millionen von Passivrauchern bedanken sich weltweit für die Erfindung der E-Zigarette, vor allem Kinder, die in der elterlichen Kalesche oft genug mitrauchen dürfen. Dieser Aspekt, und auch der, dass vielleicht alte "Kameradschaften", die durch das Rauchverbot in Kneipen und Restaurants gelitten haben, könnten mit dieser Erfindung "gekittet" werden, weil die Menschheit, nicht wie ehemals im öffentlichen Nah- und Fernverkehr, in verschiedene "Klassen" eingeteilt werden. Leute, die gern ein "Gläschen" trinken, und sogenannte Nichttrinker, sitzen ja auch zusammen, ohne dass diese zu passiven "Zwangstrinkern" werden.... Nur weil es den herkömmlichen Tabakkonsum seit der Frühgeschichte gibt, ist er doch nicht harmloser als das neue Ding. Wo sind bitte die regelmäßigen Berichte über das schädliche und tödliche Rauchen an sich. Die vermisse ich hier ebenso wie die gesundheitlich verwerflichen Berichte über den Alkoholkonsum.
Antworten - Kommentar von Mehr Hintergrundinfos (15.01. 2012 23:00 Uhr):
Aber gerade auch so Sätze wie "Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg warnt vor der Verharmlosung der E-Zigarette und weist gleichzeitig daraufhin, dass das Suchtpotenzial und das schlechte Vorbild für Kinder und Jugendliche damit nicht ausgemerzt sei. " lassen einem die Berge zu Haare stehen - da wird von offizieller Seite ordentlich Öl ins Feuer gegossen ohne wirklich mal genauer zu informieren. Es gibt z.B. eine Studie der Universität Graz zu den Inhaltsstoffen (findet man unter http://www.nikotinfreie-zigarette.de/elektro-zigarette ) in der die Inhaltsstoffe genau aufgezählt werden, und weitere Studien werden sicherlich folgen. Ist es denn nicht besser das für Raucher zumindest mal eine annehmbare Alternative existiert?
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