Wie Folsäure Ihr Ungeborenes schützt
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell zum Thema Folsäure
vom 23. Juli 2008, 06:00 Uhr
GNL5356
Der Neuralrohrdefekt ist die dritthäufigste angeborene Fehlbildung beim Menschen. Schätzungsweise ein bis zwei Kinder pro 1.000 Geburten sind davon betroffen. Sie sind entweder nicht lebensfähig oder teils schwer behindert. Ein geschlossenes Neuralrohr ist die Voraussetzung für eine normale Entwicklung der Wirbelsäule und des Nervensystems. Das Neuralrohr schließt sich in der 4. Woche der Schwangerschaft - also einer Phase, in der manche Schwangere noch nicht um ihren Umstand weiß. Ist dieser Vorgang gestört, können Neuralrohrdefekte wie Spina bifida (offener Rücken) entstehen. Sie werden durch einen Mangel an Folsäure im mütterlichen Organismus mit verursacht. Frauen, die stets ausreichend Folsäure zu sich nehmen, haben ein deutlich geringeres Risiko, ein derartig geschädigtes Kind zur Welt zu bringen. Auch andere Fehlbildungen können auf das Fehlen von Folsäure zurückzuführen sein - etwa Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalten, bestimmte Herzfehler oder Fehlbildungen der Harnwege.
Nach den Ergebnissen einer Umfrage unter 18- bis 40-jährigen Frauen wissen drei Viertel nicht, wie wichtig die Folsäure für Babys Gesundheit ist.
In Kanada und den USA ist die Mehlanreicherung mit Folsäure gesetzlich vorgeschrieben. Seit der Einführung dieser Maßnahme wurde ein Rückgang der Neuralrohrdefekte von 27 bis 55 % verzeichnet. Bei uns erhalten Sie mit Folsäure angereichertes Salz im Lebensmittelhandel (Bad Reichenhaller).
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