Wie entstehen die unterschiedlichen Ergebnisse bei Knoblauch-Studien?
unserer Amerika-Korrespondentin Jenny Thompson in Täglich Gesund zum Thema Knoblauch
vom 13.11.2007 16:00 Uhr
GNL5356
Vielleicht haben Sie gehört, dass Knoblauch gut für die Gesundheit Ihres Herzens ist – gerade, wenn Sie unter hohem Blutdruck leiden. Aber vielleicht haben Sie auch gehört, dass Studien, in denen es um Knoblauch geht, die unterschiedlichsten Ergebnisse haben – manche zeigen Gesundheitsvorteile, andere nicht.
Eine neue Untersuchung gibt einen Grund an, warum die Ergebnisse so unterschiedlich sind und warum Knoblauch tatsächlich ein herzgesundes Lebensmittel ist.
Wurzel? Gemüse? Gewürz? Kraut? Fragen Sie einmal Menschen, in welche Kategorie Knoblauch gehört und Sie hören wahrscheinlich jede dieser Antworten mindestens einmal – aber nur eine ist korrekt. Knoblauch ist ein Gemüse, genau so wie Lauch und Zwiebeln.
Aber Knoblauch hat ein einzigartiges Charakteristikum. Wenn Sie eine Knoblauchzehe quetschen, werden viele Chemikalien freigesetzt. Diese aktivieren die Komponenten des Knoblauchs, von denen man annimmt, dass sie sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Sie sollen gegen Bakterien- und Pilzinfektionen wirken, gegen Blutgerinnsel und hohen Blutdruck.
Neueste Labor-Untersuchungen der University of Alabama enthüllen den wahrscheinlichen Mechanismus, der Knoblauch zum Helfer für Ihre Gesundheit macht. Die Wissenschaftler begannen die Untersuchung so, wie Sie manch eine Sauce beginnen: Sie zerquetschten den Knoblauch.
Nachdem menschliche rote Blutzellen zu dem Knoblauch gegeben wurden, zeigten die Tests, dass die Zellen knoblauch-eigene Komponenten, die so genannten organische Poly-Sulfide, in Wasserstoffsulfid umwandelten. Dies ist ein Molekül, dass die Arterien schützt, indem es Entzündungen verhindert und die Gefäßwände entspannt.
Aber wenn das so ist, warum haben dann manche Knoblauch-Studien zum Ergebnis, dass sich Knoblauch nicht positiv auf die Gesundheit auswirkt? Die Wissenschaftler sind dieser Frage nachgegangen und haben herausgefunden, dass die positiven Effekte von Knoblauch vernachlässigbar sind oder gar nicht vorhanden, wenn der Knoblauch nicht sorgfältig vorbereitet wird. Und das Wichtigste ist das sorgfältige Zerquetschen. Die Forscher zerquetschten den Knoblauch nicht nur für die Untersuchung, sie gaben den chemischen Prozessen auch rund 15 Minuten Zeit, um zu wirken.
Natürlich gibt uns die Studie nur einen Einblick in die Wirksamkeit von sorgfältig behandeltem, frischem Knoblauch. Aber wenn Knoblauch als Pulver bei niedrigen Temperaturen getrocknet wird, bleiben das Knoblauch-Enzym Allinase und das Alliin intakt. Im Verdauungstrakt entwickelt sich dann hieraus Allicin. Dies ist derselbe chemische Ablauf, der auch auftritt, wenn eine Knoblauchzehe zerquetscht wird.