Wetterfühligkeit: Neue Therapien, die Ihnen durch Höhen und Tiefen helfen
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 24.10.2007 06:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leserin, lieber Leser,
plötzliche Wetterumschwünge, starke Temperaturschwankungen, schwülwarmes Wetter oder Fön: Wetterfühlige können nicht schlafen, sind deshalb müde, haben Atemprobleme und Kopfweh, fühlen sich schlapp und lustlos, spüren, wie ihr Kreislauf rebelliert. Egal zu welcher Jahreszeit – wenn das Wetter Kapriolen schlägt, ist für Wetterfühlige Leiden angesagt.
Wetterfühligkeit gilt nicht als Krankheit, deshalb wird den Betroffenen häufig unterstellt, sie würden sich lediglich anstellen. In Studien konnte allerdings jetzt nachgewiesen werden, dass extreme Hitze oder Kälte zu einem Anstieg der Krankheitsrate und der Todesfälle führt. Forscher haben eine bis zu 18 % höhere Sterblichkeitsrate bei extremen Wetterlagen registriert. Etwa 54 % der Deutschen reagieren auf bestimmte Wetterlagen mit Krankheitssymptomen, so lauten die neuesten Zahlen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, ältere stärker als jüngere. Die Probleme mit dem Wetter werden weiter zunehmen, sagen Experten aus der Schweiz. Denn die zu erwartende Klimaerwärmung wird noch mehr Wetterlagen mit sich bringen, die den Wettersensiblen zu schaffen machen werden.
Wetterfühlige sind keine Hypochonder
Dass Wetterfühlige keine Hypochonder sind, konnten Untersuchungen des Münchner Bio-Meteorologen Prof. Peter Höppe nachweisen: Die wetterfühligen Studienteilnehmer waren über eine längere Zeit aufgefordert, akribisch Protokoll über ihr Befinden zu führen. Diese Aufzeichnungen wurden mit den Wettervorhersagen des Deutschen Wetterdienstes verglichen. Bei zwei Dritteln der Testpersonen stimmten die Angaben mit denen des Wetterdienstes überein. Bio-Meteorologen stießen auf 22 Krankheitsbilder, die bei speziellen Wetterlagen verstärkt auftreten: Wenn sich anrückende Warmluft über ein Zwischenhoch schiebt und es tagelang regnet, häufen sich Migräne, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Herzbeschwerden und Asthma. Prallt eine Kaltfront gegen warme Luftmassen, fällt die Temperatur abrupt. Feuchte Kälte trifft Rheumatiker besonders hart. Im Zentrum eines Tiefdruckgebietes treten vermehrt Herz- und Atemwegsprobleme sowie Gelenk- und Phantomschmerzen auf.
Bei Luftdruckschwankungen – etwa wenn zwei unterschiedliche Luftschichten gegeneinander reiben, häufen sich Unfälle, steigt der Blutdruck, sinkt die Leistungsfähigkeit. Schwülwarmes Wetter macht gereizt, Nebel und hohe Luftfeuchtigkeit fördern Bronchitis und Atemwegsbeschwerden.
Wie das zu erklären ist, lesen Sie im nächsten Beitrag!