West-Nil-Virus: Wie gefährlich ist diese Infektionskrankheit?

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Das Robert Koch-Institut hat in den letzen Jahren über einzelne Fälle einer West-Nil-Virus-Infektion berichtet, die nicht tödlich verlaufen sind. Vereinzelt sind auch Fälle in Südeuropa aufgetreten. Bei den in Deutschland gemeldeten Fällen handelte sich um eine importierte Infektion von Reisenden, die sich in den USA aufgehalten haben. Seit 1999 breitet sich dort das West-Nil-Virus aus.


Die Viruserkrankung zeigt entweder keine oder leicht grippeähnliche Symptome. Dennoch kam es im letzten Jahr in den USA bei fast 700 Amerikanern zu schwerwiegenden Komplikationen. Für 44 Menschen endete die Infektion mit dem West-Nil-Virus tödlich.

„Derzeit kein Infektionsrisiko für Deutschland", aber ...

In einer groß angelegten Studie hat das Robert Koch-Institut im April 2007 eine mögliche Infektionsgefahr für Deutschland untersucht. Untersucht wurden über 3.000 Vögel (das Virus wird durch Mücken übertragen, die Kontakt zu infizierten Zugvögeln hatten) sowie über 15.000 Blutproben von Menschen. Das Ergebnis der umfangreichen Studie des Robert Koch-Instituts zeigt, dass „derzeit kein Infektionsrisiko besteht". Reinhard Kurth, der Präsident des Robert Koch-Instituts weist aber darauf hin: „Angesichts des Klimawandels brauchen wir mehr solcher Studien, viele Fragen kann die Forschung noch nicht beantworten."

Die Empfehlung des Robert-Koch-Instituts lautet:

Eine Erkrankung an West-Nil-Fieber oder West-Nil-Enzephalitis bzw. der Nachweis des Erregers sind in Deutschland gegenwärtig nicht explizit meldepflichtig. Jedoch sollten Fälle in der Kategorie „bedrohliche Krankheiten" gemeldet und übermittelt werden.

So können Sie sich schützen

Um eine Infektion mit dem West-Nil-Virus zu vermeiden, können Sie sich durch folgende Maßnahmen schützen:

  • Verwenden Sie Insektenschutzmittel (Repellentien) - DEET-haltige Insektenschutzmittel (z. B. Feldtosan® u. a.) sind die einzigen zuverlässig wirksamen Repellentien, die auf die Haut aufgetragen werden können. Ein Mückenschutzmittel, das eine DEET-Konzentration zwischen 20% und 50% aufweist, bietet Ihnen einen Schutz von 6 bis 12 Stunden. Produkte mit einer geringeren Konzentration von zum Beispiel nur 7% DEET schützen entsprechend auch nur für etwa 3 bis 4 Stunden. Achten Sie deshalb vor dem Kauf eines Insektenschutzmittels unbedingt auf die Angabe der DEET-Konzentration auf der Flasche bzw. Verpackung.
  • Tragen Sie schützende Kleidung - Tragen Sie langärmelige T-Shirts und lange Hosen. Permethrin ist ein effektives Insektizid, das auch für Kleidung verwendet werden kann.
  • Vermeiden Sie Aufenthalte im Freien während der Dämmerung - In dieser Zeit sind die Moskitos in den Risikogebieten am aktivsten. Wenn Sie sich während der Dämmerung im Freien aufhalten, sollten Sie ein Insektenschutzmittel verwenden oder schützende Kleidung tragen - oder am besten beides.
  • Achten Sie auf feuchte Stellen - Drainage-Gebiete oder stehende Gewässer sind die bevorzugten Brutstellen für Moskitos in den Risikogebieten. Selbst kleine Pfützen zum Beispiel in Wohngegenden eignen sich dafür.
  • Begrenzen Sie Ihr Risiko in der Moskito-Hochsaison - Die Hauptsaison für das West-Nil-Virus in den USA sind die Monate August und September. Das gilt auch für die nördlichen Bundesstaaten der USA. Zu jeder Zeit, in der sich Moskitos in der Luft befinden, besteht für Sie ein gewisses Risiko.

 


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