Werden auch Sie von Ihrer Bank als Bittsteller behandelt?
Dr. Dietmar Kowertz in Verbraucherschutz Vertraulich
vom 1. März 2011, 10:00 Uhr
GNL5356
Heute beginnt der meteorologische Frühling! Geht es Ihnen gut? Dann können Sie ja endlich das lang aufgeschobene Bankgespräch angehen oder die guten Vorsätze, die Sie heute vor zwei Monaten getroffen haben, endlich in die Tat umsetzen und sich um Ihre Gesundheit kümmern.
Wie Sie beides richtig machen, erfahren Sie gleich!
Viel Spaß beim Lesen!
Dr. Dietmar Kowertz
Werden auch Sie von Ihrer Bank als Bittsteller behandelt?
Da hat auch die Finanzkrise nicht viel dran geändert: Bankkunden werden von ihrem Geldinstitut immer noch gern von oben herab als Bittsteller behandelt - besonders dann, wenn sie einen Kredit möchten. Mit diesen Tipps werden Sie bei Ihrer Hausbank auf Augenhöhe bedient:
1. Sorgen Sie für eine angenehme Gesprächsatmosphäre. Ein gepflegtes Äußeres trägt viel dazu bei, als gleichberechtigter Gesprächspartner ernst genommen zu werden. Lassen Sie beim Erstgespräch die Katze noch nicht ganz aus dem Sack, sondern sehen Sie es als eine Art Interview an. Lernen Sie dabei Ihren Gesprächspartner näher kennen.
2. Souveränes Auftreten hilft.
Lassen Sie sich nicht von dicken Teppichen, großen Kassenhallen und Marmorsäulen beeindrucken oder gar einschüchtern. Sie kommen als Kunde, nicht als Bittsteller. Treten Sie daher immer selbstbewusst auf. Zeigen Sie Entschlossenheit und übernehmen Sie die Gesprächsführung. Machen Sie deutlich, dass Sie voll hinter der Sache stehen, für die Sie z.B. einen Kredit benötigen.
3. Verhandeln Sie auf Augenhöhe.
Wenn z.B. bei Ihrer Immobilie eine Anschlussfinanzierung ansteht, informieren Sie sich vorab über die aktuellen Marktkonditionen. Basiswissen wie Nominal- und Effektivzins müssen Ihnen geläufig sein. Überzeugen Sie durch eigenes Wissen, aber respektieren Sie auch das Wissen der Gegenseite.
4. Zeigen Sie Wechselbereitschaft.
Wenn Sie mit Ihrem Gesprächspartner gar nicht zusammenkommen, sollten Sie nicht zögern, Ihre Bereitschaft zu einem Bankwechsel durchblicken zu lassen. Dazu sollten Sie sich bereits vorher Vergleichskonditionen anderer Geldinstitute einholen und diese mit Ihrem Berater besprechen.
5. Ein Zeuge kann hilfreich sein.
Nehmen Sie eine Person Ihres Vertrauens mit in das Gespräch. Sie kann sich Notizen machen und bei eventuellen Streitigkeiten hilfreich sein. Ein Auftritt zu zweit gibt Ihrem Anliegen außerdem mehr Gewicht.
6. Halten Sie Kontakt.
Ein gutes Verhältnis muss gepflegt werden. Wenn die Chemie zwischen Ihnen und dem Bankberater stimmt, sind auf lange Sicht auch eher mal kulante Regelungen möglich. Die Fairness gebietet, dass Sie das Geschäft später auch dort abschließen, wo Sie Informationen und Beratungsleistungen in Anspruch genommen haben.