Wer glücklich ist, steckt an
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 23. Dezember 2008, 06:00 Uhr
GNL5356
Gute und schlechte Gefühle entstehen in Ihrem Gehirn. Das dafür vorgesehene Areal ist in Ihrem Erbgut festgelegt und entwickelt sich schon vor der Geburt. Ihre Erfahrungen geben ihm von Geburt an die persönliche Ausprägung, das individuelle Profil. Botenstoffe - die Neurotransmitter, wie sprachen letzte Woche über diese - übertragen Ihre jeweilige Stimmung zwischen den entwicklungsgeschichtlich gesehen uralten Gehirnteilen, die aktiv nicht zugänglich und deshalb nicht von Ihnen beeinflussbar sind, und den jüngeren Teilen, in denen Ihr Verstand und Ihr Bewusstsein zu Hause sind. So wird Ihnen das "gefühlte Gefühl" bewusst. Zu diesen Botenstoffen gehören das Serotonin und Dopamin. Fließt Serotonin in Strömen, sind Sie happy. Dopamin vermittelt Ihnen ein Gefühl des Vergnügens und der Belohnung. Es setzt die Endorphine frei, die Schmerz mildern und Ihnen gute Laune bescheren. Es gibt im Gehirn eine Art Belohnungszentrum, das sich auch für kleines Glück mit der Ausschüttung dieser Botenstoffe bedankt. Es bewertet Reize aus Ihrer Umgebung als positiv und angenehm, wenn sie Ihre menschlichen Bedürfnisse ansprechen.
Glücklichsein gebiert also weiteres Glück. Darüber hinaus steckt Glücklichsein auch andere Menschen an, das fanden gerade amerikanische Wissenschaftler heraus. Wenn Sie Glück empfinden, überträgt sich das auf Ihre Umwelt und macht diese ebenfalls glücklich.
Mein Vater schrieb mir in mein Poesiealbum diesen Spruch, der meines Wissens von Goethe stammt:
"Willst du glücklich sein im Leben,
trage bei zu anderer Glück.
Denn die Freude, die wir geben,
kehrt ins eigene Herz zurück."