Wenn Sie abnehmen wollen, sind Sie beim Fasten falsch
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell zum Thema Fasten
vom 25. Februar 2010, 06:00 Uhr
GNL5356
Machen Sie sich von Anfang an klar: Fasten ist keine Diät zum Abnehmen. Das wird zwar in den Medien oft so dargestellt, dies ist jedoch sträflicher Leichtsinn. Um Übergewicht zu verringern, ist Fasten völlig ungeeignet. Dazu müssen Sie nach wie vor Ihre Essgewohnheiten langfristig ändern. Gleichwohl purzeln bei dem durch das Fasten in Gang gesetzten Reinigungsprozess meist einige Pfündchen - zunächst jedoch nur durch den Flüssigkeitsverlust. Wenn Sie sich aber gleichzeitig etwas mehr regelmäßige Bewegung verordnen, haben Sie gute Chancen, dass sich Ihr Gewicht auf dem von Ihnen gewünschten Niveau stabilisiert. Ihr Wunschgewicht sollte jedoch realistisch und kein für Ihr Alter unangemessen niedriges Gewicht sein.
Der Verzicht auf feste Nahrung verändert Ihren Stoffwechsel deutlich: Zunächst leert Ihr Körper seine Glykogenspeicher in der Leber, dann greift er auf andere Energiequellen zurück - erst auf die Eiweißquellen, dann auf die für Notzeiten angelegten Fettdepots. Daraus kann sich die Körper wohl eine Zeit lang ernähren. Zunächst hat das sogar einen therapeutischen Nutzen und kann wichtige Stoffwechselveränderungen anstoßen - etwa bei Leiden des rheumatischen Formenkreises und degenerativen Gelenkbeschwerden.
Eine Fastenkur sollte immer zeitlich begrenzt sein, denn sonst schadet sie Ihnen mehr, als sie Ihnen nützt. Eine einwöchige Fastenkur ist prima, zehn Tage bis zwei Wochen sind das alleroberste Limit. Jeder Tag, der darüber hinausgeht, ist nachhaltig schädlich - vor allem für Ihre Muskeln. Zweimal im Jahr können Sie so eine Woche einlegen. Das kann Ihnen helfen, die Abwehrkräfte zu stärken, Krankheiten vorzubeugen und sich rundherum besser zu fühlen. Wenn Sie allerdings sehr dünn sind, ist nur einmal jährlich eine Woche Fasten erlaubt.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Marily Aragon (25.02. 2010 08:13 Uhr):
Sehr geehrte Damen und Herren, es ist alles richtig, was Sie zum Thema Fasten geschrieben haben, vor allen Dingen, dass das Fasten nicht mit Diät gleichzusetzen ist. Wie wäre es, wenn sie ausserdem darauf hinweisen würden, dass Erstfaster sich einem begleitenden, zertifizierten Fastenwanderarzt anvertrauen würden, der sie vor Schäden bewahrt, die durch Do-it-yourself aus Fastenbüchern zwangsläufig entstehen ? Und da Fasten in Kombination mit ausreichender Bewegung, z.B. durch Wandern mit Nordic-Walking-Stöcken auf wunderschönen Panoramastrecken auf Mallorca, den Entgiftungsprozess sehr beschleunigt, wäre eine Woche der Nordic-Vital-Kur auf Mallorca der Königsweg zum Jung- und Gesundbrunnen. Ich lade Sie gerne ein! Marily Aragon www.fastenwandern-mallorca.de
Antworten - Kommentar von Clemens Manuel Hesse (05.04. 2012 12:09 Uhr):
Sehr geehrte Damen und Herren, Ihrer Darstellung möchte ich neben der zahlreichen positiven praktischen Erfahrung in Fastenkliniken folgende Studien von Dr.Wilhelmi de Toledo und Prof. Michalsen entgegenstellen, die eine unterstützende Wirkung des Fastens zu nachhaltigen Lebensstiländerung nahelegen: Wilhelmi de Toledo F et al.: Klinik Buchinger Programme for the treatment of obesity. In: Dischuneit, H., Gries, FA., Hauner, H., Schusziarra, V., Wechsler, JG., eds. Obesity in Europe 1993. London: LIBBEY; 1994: 289 – 9 Michalsen A et al.: Incorporation of fasting therapy in an integrative medicine ward: evaluation of outcome, safety, and effects on lifestyle adherence in a large prospective cohort study. J Altern Complement Med. 1(4):601-7, 2005 Mit freundlichen Grüßen Clemens Manuel Hesse
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