Wenn Sie abnehmen wollen: Hände weg von Süßstoff
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 24. April 2008, 05:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leser,
zugegeben, es scheint auf den ersten Blick bestechend: Ein Stück Würfelzucker beschert Ihnen eine Menge Kalorien, eine Tablette Süßstoff keine einzige oder nur ganz wenige. Folglich gehen Sie davon aus, dass Süßstoff Ihnen beim Schlankwerden oder -bleiben hilft. Doch leider ist das eine Milchmädchenrechnung. Denn Ihr Stoffwechsel sieht das völlig anders und präsentiert Ihnen mehr Pfunde als vorher.
Ihr Körper lässt sich vom Süßstoff gleich zweimal täuschen:
1. Bereits auf Ihrer Zunge löst der süße Geschmack einen Reflex aus. Dieser regt Ihre Bauchspeicheldrüse an, Insulin auszuschütten - „gleich gibt's was Süßes"! Da Ihre Bauchspeicheldrüse den Unterschied von Zucker und Süßstoff nicht „kennt", hält sie den süßen Geschmack automatisch für Zucker. Das voller Vorfreude ausgeschüttete Insulin läuft zunächst ins Leere, weil Süßstoff keinen Zucker liefert, den das Hormon der Bauchspeicheldrüse abbauen könnte. Da greift das Insulin „in seiner Not" auf den vorhandenen Blutzucker zurück, Ihr Blutzuckerspiegel sinkt und Sie bekommen Heißhunger auf Süßes. Das bedeutet für Sie: Süßstoff macht Sie erst richtig hungrig - obwohl Sie eigentlich keinen Kalorienbedarf haben.
2. Süßstoff wirkt zudem appetitanregend. Das wurde beispielsweise eindrucksvoll in dieser Studie nachgewiesen: Mittels Joghurt mit und ohne Süßstoff wurde erforscht, wie sich dies auf die Nahrungsaufnahme und den Appetit auswirkt. Die Versuchsteilnehmer, die den Joghurt mit Süßstoff gegessen hatten, waren im Verlauf des Tages am hungrigsten und aßen auch am meisten. In der Schweinemast werden Süßstoffe übrigens schon seit Jahren zur Gewichtssteigerung eingesetzt.
Nicht vergessen: Die künstliche Süße steckt vor allem auch in fertigen Lebensmitteln! Deshalb lieber selber und frisch kochen, dann wissen Sie immer, was drinsteckt.
Machen Sie es gut!
Ihr
Helmut Erb