Wenn am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell zum Thema Naturheilkunde
vom 25.07.2007 06:00 Uhr
GNL5223
Natürlich von Tag zu Tag, Einfälle und Ausfälle
Nicht nur Massenmedien und Werbung, sondern viele andere Interessengruppen suggerieren uns, dass wir uns besser fühlen, wenn wir konsumieren. Philosophen würden sagen „Ich kaufe, also bin ich!“ Wir sollen – so mein ehemaliger Wirtschaftsprofessor Gerhard Scherhorn - dazu gebracht werden, den Konsum als Mittel zur Selbstüberhöhung zu verwenden, um materielle Dinge an die Stelle immaterieller Dinge zu setzen und vor allem nicht darüber nachzudenken, warum wir das tun und ob wir das wirklich brauchen, was wir da konsumieren. Soll heißen, wir kaufen uns Dinge, die wir nicht brauchen, um uns besser, schöner – „reicher“ - zu fühlen.
Selbst im Fehlen von Geld dürfen wir kein Hindernis sehen. Keine Asche in der Tasche zu haben, soll uns bloß nicht davon abhalten, trotzdem zu konsumieren. Bei Geldmangel wird halt auf Kredit gekauft. Die heimliche Botschaft lautet: Konsum macht frei und vertreibt ungute Gefühle.
Auch Konsumieren kann zur Sucht werden
Schon haben Experten eine neue Krankheit entdeckt, die hauptsächlich Frauen befällt: die Konsumsucht. Der Konsum soll die betroffenen Frauen von innerer Unruhe, Depressionen oder Minderwertigkeitsgefühlen befreien. Wenn sie konsumieren, fühlen sie sich anerkannt und beliebt. Denn sie haben gelernt, dass äußere Symbole oder die Inanspruchnahme exotischer Angebote die persönliche Bedeutung heben. Allerdings hält dieses Gefühl nicht lange an. Danach folgt der Absturz in schlechtes Gewissen, Isolation und Panikgefühle wegen der drückenden Geldnot.
Bei solchen so genannten Verhaltenssüchten werden keine Stoffe wie Drogen gebraucht. Das Verhalten selbst ist die Droge. Es löst ebenso wie diese im Gehirn Rauschgefühle aus – wachsende Abhängigkeit, Entzugserscheinungen und Absturz inbegriffen. Es gelingt den betroffenen Frauen nicht mehr, das exzessive und schädigende Verhalten bewusst einzuschränken, selbst wenn es zu massiven Problemen beispielsweise mit Geld, am Arbeitsplatz oder in der Familie kommt.
Am Ende kleben Kredite an Ihnen wie Fliegen am Klebeband
Suchtfördernd wirkt die Möglichkeit, auf Kredit einzukaufen – sei es auf Überziehungskredit, auf Kreditkarte, im Internet oder im Versandhandel auf Ratenzahlung. Oft stapeln sich die gekauften Dinge danach unbenutzt in der Wohnung. Suchtunterstützend ist aber auch der Konsum von Medien und die allgegenwärtige Werbeberieselung.
Wenn Sie sich einmal daraufhin bewusst Soaps, Krimis und Fernsehfilme anschauen, werden Sie feststellen, dass es unglaublich ist, in welchen Verhältnissen die Protagonisten dort „leben“. Da hat der kleine Kommissar eine riesige Penthouse-Wohnung oder fährt einen neuen Porsche, sind die Wohnungen von Opfern und Tätern mit den teuersten Antiquitäten bestückt und wohnt selbst die junge Wohngemeinschaft in der edelsten Designerausstattung. Da beschleicht uns Normalbürger doch schnell das Gefühl: „Was mache ich falsch, dass ich mir das nicht leisten kann, was scheinbar alle anderen haben?“ Geldmangel wird heute allgemein als die schlimmste Kränkung erlebt. Wer nicht mithalten kann, fühlt sich zweitrangig.
Wer spontanen Verlockungen auf Dauer nicht widerstehen kann, rutscht in der Regel in die Verschuldung hinein. Der Kreditmarkt boomt. Die Tendenz ist angesichts der wirtschaftlichen Lage steigend. Denn immer mehr Menschen kommen mit ihrem Geld auch deshalb nicht klar, weil die Lebenshaltungskosten uns Normalbürger aufzufressen drohen. Sind die Wünsche größer als die Möglichkeiten und wird die Lücke mit einem Bankkredit gefüllt, droht der Absturz in ein Schuldenloch. Überzogene Konten und Überziehungen der vereinbarten Überziehung sind heute Standard. Mit steigender Zinslast wird der Atem immer kürzer, der Bewegungsfreiraum immer enger, der Schlaf immer schlechter und am Ende geht gar nichts mehr. Dann macht auch noch die Bank die Konten dicht. Insolvenz droht, während auf dem stahlblechgebürsteten Herd der Alessi-Kessel pfeift, 40 Paar Schuhe im Schrank stehen und Sohnemann zum 18. ein eigenes Auto fordert.
Wenn die Schuldenfalle zuschnappt
Millionen Erwachsene stehen derzeit an der Grenze der kompletten Zahlungsunfähigkeit. Laut Schuldenreport 2006 stecken derzeit sage und schreibe mehr als 3 Millionen Haushalte in der Bundesrepublik untilgbar in der Schuldenfalle. Schuldnerberatungen finden zunehmend Zulauf. Ganz normale Bürger – wie Sie und ich – stehen dort auf der Matte.
Wenn auch über Ihnen der Pleitegeier kreist, weil Sie sich überhoben haben, sollten Sie sich rasch dazu durchringen, einige Notfallmaßnahmen zu ergreifen. Es lohnt es sich auch schon im Vorfeld, Soll und Haben zu überprüfen, die Lage rechtzeitig aktiv selbst zu steuern, sich unnötige Sorgen zu ersparen und dafür vielleicht mehr Zeit herauszuwirtschaften. Wenn auch der Spruch „Geiz ist geil“ saublöd ist, gilt in diesem Fall: Ein gesunder Geiz kann Ihre Lebensqualität unter Umständen deutlich anheben.
Glücklich werden Sie, wenn Sie mit dem auskommen, was Sie haben
Verabschieden Sie sich zunächst einmal von der Idee, dass Geld glücklich macht. Geld allein macht zwar nicht unglücklich. Doch Zufriedenheit stellt sich erst dann ein, wenn Sie im Rahmen Ihrer ganz persönlichen Möglichkeiten mit dem klar kommen, was Ihnen zur Verfügung steht. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie selbst aktiv Einnahmen, Ausgaben und Sparen steuern, kann Ihnen das mehr Befriedigung verschaffen, als wenn Sie im Lotto gewinnen.
Wie sehen Sie das?
P. S.: Wenn Sie den Rat einer Schuldnerberatung brauchen, suchen Sie eine seriöse Adresse – etwa bei einem Wohlfahrtsverband, über eine Verbraucherzentrale oder Ihre örtliche Kommune. Private Schuldnerberatungen, die in Zeitungen inserieren, knöpfen Ihnen meist das im Übermaß ab, was Ihnen fehlt: Geld. Ernsthafte Insolvenz- oder Schuldnerberater zum Beispiel von Caritas oder der Diakonie arbeiten kostenlos und beraten Sie ganz individuell. Mehr Infos unter www.meine-schulden.de
ähnliche Beiträge
- Was tun, wenn am Ende des Winters noch so viel Schnupfen übrig ist?
- Macht die Arbeit Ihnen Spaß?
- Wenn diese Symptome auf Sie zutreffen, gelten Sie als alkoholabh
- Genießen Sie zu zweit den Rosenmond
- Nicht jede Sportart ist für Senioren geeignet
- Mein Tipp für Ihr Fasnachts-Kopfweh morgen: Honig macht den Kater zahm
- Heuschnupfen-Geplagte: Beginnen Sie jetzt mit Ihrer Gräsertabletten-Therapie
weitere Ausgaben von
Naturmedizin aktuell
weitere Artikel dieser Ausgabe:
Donnerstag, 09. Februar 2012
Mittwoch, 08. Februar 2012
Dienstag, 07. Februar 2012
alle AusgabenHör dich schlank – speziell für Männer
Schlanker, sportlicher und attraktiv mit der Kraft des Unterbewusstseins
Klicken Sie hier für weitere Informationen zu Hör dich schlank – speziell für Männer