Wenig Beweise für die Wirksamkeit: Hilft Ihnen Arnika bei Arthrose?
unseren Experten des Berkeley Wellness-Report in Täglich Gesund
vom 6. Juni 2011, 16:00 Uhr
GNL5356
Immer mehr Menschen greifen zu Arnika, um Verstauchungen, Prellungen, Muskelschmerzen und Symptome von Arthrose zu lindern. Die Pflanze aus der Familie der Gänseblümchen mit ihren kräftig gelben Blüten wird schon seit Jahrhunderten medizinisch genutzt. Heutzutage finden Sie eine Reihe von Arnikaprodukten in Apotheken, Drogerien und Reformhäusern: Salben, Cremes, Gels, Tabletten und Kapseln, häufig in homöopathischer Dosierung. Wir konzentrieren uns hier auf die topischen, also die äußerlich anzuwendenden Produkte.
Wirksamkeit bleibt fraglich
Arnika hat, wie in vielen Labor- und Tierstudien gezeigt werden konnte, erwiesenermaßen antimikrobielle, antientzündliche und schmerzlindernde Eigenschaften. Studien an Menschen allerdings ergaben unterschiedliche Ergebnisse. Die Qualität war häufig unbefriedigend, die Ergebnisse widersprüchlich und wenig beeindruckend.
Nach dem Natural Standard, der in den USA Pflanzenheilmittel bewertet, war die Forschung zur Anwendung von Arnika-Gel bei Arthrose anfangs vielversprechend. Letztendlich wurde es aber nur mit der Note „befriedigend" bewertet, da es nach wie vor keine gesicherten Erkenntnisse gibt. Arnika wird zudem bei Akne, Verbrennungen, Ekzemen, Haarverlust, Nervenschmerzen, Krampfadern und Muskelkater empfohlen. Es gibt jedoch kaum Beweise für seine Wirksamkeit.
Unser Fazit
- Topisch angewandtes Arnika ist unbedenklich, vorausgesetzt, Sie vermeiden hohe Konzentrationen über lange Zeiträume und beachten die Sicherheitshinweise. Zumindest sollte das Einreiben selbst Ihnen Linderung bringen, ansonsten ist es reine Geldverschwendung.
- Tragen Sie Arnika nicht auf Hautschürfungen, Wunden, in Augennähe oder auf Schleimhäute auf.
- Verwenden Sie es nicht, wenn Sie allergisch auf Pflanzen der gleichen Familie reagieren, z. B. auf Ringelblume, Kamille, Schafgarbe, Ambrosia und Chrysanthemen.
- Arnika gibt es in unterschiedlichen Zubereitungen und Konzentrationen, aber nicht in standardisierten oder empfohlenen Dosierungen.
- Manche Produkte dringen möglicherweise nicht einmal in die Haut ein und enthalten zusätzliche Inhaltsstoffe, deren Wirkung und Unbedenklichkeit nicht bekannt sind.
- Nehmen Sie Arnika nicht oral ein. Hohe Dosen sind giftig und können zu Magenreizung, Atemnot, schnellem Herzschlag und sogar zum Koma führen.