Weltgesundheitsorganisation: Tun Sie mehr für Ihre Knochen
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell zum Thema Osteoporose
vom 6. Oktober 2011, 06:00 Uhr
GNL5356
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt, der Knochenabbau sei die weltweit zehnthäufigste Krankheit. Die Zunahme der Osteoporose ist eine typische Zivilisationserscheinung. Im Prinzip ist ein leichter Knochenabbau nämlich eine normale Erscheinung, die sich mit zunehmendem Alter einstellt. Unter bestimmten Voraussetzungen nimmt der Knochenschwund jedoch Krankheitswert an und ist besonders gefürchtet, weil er dann äußerst schmerzhaft wird und zu Knochenbrüchen führen kann. Sie selbst können eine Menge tun, um Ihren Knochen den nötigen Halt zu geben. Wenn Sie unter Beschwerden leiden wie Rückenschmerzen durch einen verformten Rundrücken, abnehmende Körpergröße, dann sollten Sie alarmiert sein. Dann bildet Ihr Körper entweder zu wenig neue Knochenmasse oder baut zu viel Knochenmasse ab. Wenn es ohne äußere Einwirkung zu Knochenbrüchen kommt, ist die Krankheit schon fortgeschritten.
Warum es dazu kommt, ist in den meisten Fällen unklar. Man weiß aber, dass Alter, Ernährung, Diäten, Bewegungsmangel, Rauchen, Hormonausschüttung und Vererbung eine Rolle spielen. Auch Krankheiten wie eine unbehandelte Schilddrüsenüberfunktion oder die langfristige Einnahme bestimmter Medikamente wie Kortison können eine Osteoporose auslösen. Die Zahl der Osteoporose-Kranken nimmt mit der steigenden Lebenserwartung zu. Man geht davon aus, dass etwa 8 Millionen Deutschen von der Osteoporose betroffen sind, 5 Millionen davon sind Frauen.
Je mehr Sie sich bewegen, desto stabiler bleiben Ihre Knochen: Ihr Knochen ist gewissermaßen ständig in Bewegung, er unterliegt laufenden Umbau- und Neubauprozessen. Unterstützt wird dieser Prozess durch die Beanspruchung von Muskeln, Sehnen und Bändern - weshalb regelmäßige Bewegung so außerordentlich wichtig für den Knochenaufbau ist. Werden die Knochen gefordert und ausreichend belastet, aktiviert dies die Zellen, Knochensubstanz zu bilden. Ein leichtes regelmäßiges Krafttraining, etwas Bauch- und Rückengymnastik sowie ausreichend Ausdauersport sind ideal, um Ihre Knochen in Form zu halten. Sie sollten sich hier durch einen Krankengymnasten beraten und auch überwachen lassen, damit Sie die für Sie am besten geeigneten Übungen richtig machen. Wenn Sie Ihre Muskulatur nicht stärken, können Sie auch nichts für Ihre Knochen erwarten. Feste Knochen brechen nicht so leicht. Und wer ein über stabiles Knochengerüst verfügt, hat ein geringeres Sturzrisiko. Diese Sportarten nützen Ihren Knochen am meisten: Joggen, Radfahren, Rudern oder strammes Wandern etwa. Viele Fitnessstudios und Krankenkassen bieten Ihnen spezielle Kurse an. Für Osteoporotiker, die schon stark in ihrer Bewegung eingeschränkt sind, gibt es spezielle Gymnastik-Programme. Fragen Sie Ihren Arzt, Ihre Krankenkasse oder eine Selbsthilfegruppe danach.
Lesen Sie morgen von den 10 Risiken, die zu einer krankhaften Osteoporose führen können!