Welche Abführmittel vertretbar sind
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 26.02.2008 06:00 Uhr
GNL5356
Füll- und Quellmittel: Dies sind Substanzen mit großem Wasseraufnahmevermögen. Dazu gehören Ballaststoffe wie Weizenkleie, Leinsamen und Vollkorn. Sie quellen im Darm auf, machen den Stuhl weicher und „üppiger“. Dadurch wird die Darmtätigkeit angeregt. Ballaststoffe oder Ballaststoff-Präparate müssen immer mit viel Flüssigkeit zusammen eingenommen werden, die brauchen sie um genügend aufzuquellen. Trinken Sie nicht genug, kann sich die Verstopfung verstärken. Unangenehme Begleiterscheinungen können Blähungen sein. Ballaststoffe wirken nicht bei allen gleich gut.
Wasserziehende Mittel: Dazu gehören Mineralsalze wie Glauber- oder Bittersalz, bestimmte Zucker wie Milchzucker oder Lactulose und die künstliche Substanz Polyethylenglykol. Diese Mittel bewirken den Einstrom von Wasser im Darm. Auch hierbei muss sehr viel getrunken werden. Ungeeignet sind diese Mittel für eine längere Anwendung, bei Bluthochdruck, Herz- und Nierenerkrankungen, denn sie stören den Wasser- und Salzhaushalt. Bei Milchzucker und Lactulose kommt es häufig zu vermehrter Gasbildung. Gesundheitlich gelten sie dennoch ebenso wie die Polyethylenglykole als unbedenklich.
Anthrachinonhaltige Mittel: Pflanzliche Abführmittel wie Aloe, Faulbaumrinde oder Rhabarberwurzel enthalten als Wirkstoffe die so genannten Anthrachinone. Im Gegensatz zur herkömmlichen Meinung, pflanzliche Mittel seien besonders sanft, zeigen diese Mittel eine besondere Durchschlagskraft. Sie greifen in den Wasser- und Salzhaushalt ein und stören die normale Darmtätigkeit unter Umständen so, dass dies nicht mehr reparabel ist. Möglicherweise fördern sie sogar Krebs. Sie eignen sich – wenn überhaupt – nur im ganz akuten Fall. Kinder, Schwangere und Stillende dürfen sie grundsätzlich nicht verwenden.
Mittel, die die Darmmuskulatur anregen: Das sind Präparate mit den Wirkstoffen Bisacodyl oder Natriumpicosulfat. Sie wirken direkt im Dickdarm, wo sie die Darmmuskulatur auf Trab bringen und so die Darmtätigkeit anregen. Neben Ballaststoffen und dem kurzfristigen Einsatz von Mineralsalzen stuft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dieses Arzneimittel als sinnvoll und unentbehrlich ein. Moskauer Studien erbrachten Hinweise darauf, dass es unter Bisacodyl zu einer Normalisierung der Immunwerte kommt.