Weisheitszähne: Wann eine OP für Sie unausweichlich ist
Sylvia Schneider in Täglich Gesund zum Thema Zahnmedizin
vom 28. April 2010, 16:00 Uhr
GNL5223
Weil er erst in höherem - „weiserem" -Lebensalter durchbricht, nannten ihn römische Ärzte „Dens sapientiae" (Lateinisch für Zahn der Weisheit). Der Weisheitszahn ist der hinterste Backenzahn und entwickelt sich häufig zu einem Sorgenkind. Denn oft macht ihm ein Platzmangel zu schaffen. Oft brechen Weisheitszähne auch nur zur Hälfte durch und bleiben mit ihrem unteren Teil stecken.
Das kann zu Entzündungen und Abszessen führen, weil die dort entstehenden Zahnfleischtaschen Bakterien perfekte Lebensbedingungen bieten.
Wenn die Weisheitszähne im Kiefer stecken bleiben, können sie im Laufe der Zeit ihrem Nachbarzahn in die Quere kommen oder quer nach vorne wachsen. Dann schieben sie ihre Kollegen womöglich von hinten so stark an, dass sich sogar die Frontzähne verschieben. Ist das der Fall, raten die Zahnärzte dazu, den Weisheitszahn zu entfernen, um Platz zu schaffen. Bei schätzungsweise 80 Prozent der Deutschen werden die Weisheitszähne deshalb herausoperiert.
Die meisten haben Angst vor der Zahnentfernung
Die Zahnärzte sagen, der Eingriff sei aufgrund der örtlichen Betäubung oder einer leichten Vollnarkose weitgehend schmerzfrei. Patienten sehen das oft anders, wahrscheinlich weil sie vor dieser Operation stärkere Angst haben als vor dem normalen Zahnziehen. Allerdings sind die Schmerzen nach dem Eingriff häufig auch ziemlich heftig. Der Eingriff ist in der Tat keine Bagatelle. Wie bei jedem anderen Eingriff auch ist die Entfernung des Weisheitszahnes möglicherweise mit Nebenwirkungen verbunden. Außer zu Blutungen und Entzündungen kann es zu Nervenreizungen kommen.
Davon können der Zungen- und der Unterkiefernerv betroffen sein. Ist der Nerv einmal durchtrennt, lässt sich das nicht wiedergutmachen. Das kommt allerdings sehr selten vor. Mit dem Alter steigt die Komplikationsrate, weswegen Zahnärzte für eine möglichst frühe Entfernung der Weisheitszähne plädieren. Bei dem Eingriff wird die Schleimhaut an der Wangenseite etwas angehoben, damit der innen verlaufende Nerv nicht beschädigt wird. Dann legt der Zahnarzt oder Kieferchirurg die Krone des Zahnes mit einer Fräse vom Knochen frei, damit er ihn danach leicht heraushebeln kann.
Bei Bissverschiebungen müssen die Weisheitszähne raus
Wie es um Ihren Weisheitszahn bestellt ist, sehen Sie auf dem Röntgenbild, das Ihr Zahnarzt macht und mit Ihnen bespricht. Wenn nicht, sollten Sie Ihren Zahnarzt darum bitten oder einen weiteren Zahnarzt zu Rate ziehen.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Hubert Knigge (28.04. 2010 22:48 Uhr):
Leider bin ich auch ein Fall unter 100000 Operierten, die diese Nachwirkungen zu spüren bekommen. Die Extraktion des Weisheitszahnes unten rechts vor 1,5 Jahren führte dazu, dass ich immer noch ein Taubheitsgefühl an der rechten Zungenspitze feststelle. Ich soll weiter abwarten und Tee trinken.
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