Weihrauch hilft bei entzündlichem Rheuma
Sylvia Schneider in Täglich Gesund zum Thema Weihrauch
vom 14. Dezember 2010, 16:00 Uhr
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Die betörenden Düfte des Orients entfalten sich vor allem bei so genannten Räucherungen. Einer der bekanntesten Räucherstoffe ist der Weihrauch, der für die Völker des Orients eine göttliche Verbindung darstellt. In der ägyptischen Sprache bedeutet er „Göttlichmacher". Weihrauch und Myrrhe hatten die Heiligen Drei Könige dem Jesuskind neben Gold als Geschenke dargeboten. Noch heute wird Weihrauch beispielsweise in der katholischen Kirche verwendet.
Weihrauch - auch Olibanum genannt - wird aus mehreren Balsamstrauchgewächsen (insbesondere Boswellia serrata) gewonnen. Der Rauch wirkt beruhigend, ja geradezu sedierend, die Stimmung hellt sich auf, Nervosität legt sich, und der Geist geht auf Höhenflüge.
Die Heilkraft des Weihrauchs wurde früh erkannt
Durch die unterschiedlichen Epochen hindurch und an unterschiedlichsten Orten kamen Ärzte zu übereinstimmenden Ergebnissen. Immer wieder genannt wurden Blutstillung sowie Linderung von Atemwegserkrankungen, Bronchitis, Magen- und Darmstörungen, Infektionen, Verletzungen und Gelenkschwellungen - womit wahrscheinlich Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises gemeint waren. Viele Wirkungen werden heute wissenschaftlich bestätigt. Etliche Studien weisen inzwischen die heilsamen Wirkungen von Weihrauch auch bei oraler Zufuhr nach.
Bei diesen Leiden kann eine Behandlung mit Weihrauch zusätzlich zur Standardtherapie wirken:
- Asthma
- chronische Polyarthritis (entzündliche Gelenkerkrankung)
- Colitis ulcerosa (entzündliche Darmerkrankung)
- Gicht
- Heuschnupfen
- bestimmte Hirntumore
- Arthritis
- Arthrose
Die Anwendung von Extrakten aus dem indischen Weihrauch bei rheumatischen Erkrankungen ist in Deutschland inzwischen sehr beliebt. In Tierversuchen konnte eine entzündungshemmende und antirheumatische Wirkung nachgewiesen werden. Klinische Untersuchungen sprechen ebenfalls dafür, dass sich die Extrakte günstig auf Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises auswirken. Die Extrakte sind arm an Nebenwirkungen, was bei chronischen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis von großem Nutzen ist.
Weihrauch wirkt vor allem entzündungshemmend
Besonders wirksam sind die Boswelliasäuren, die der Weihrauchharz enthält. Sie sollen ebenfalls das Immunsystem stärken.
Das sind die wichtigsten nachgewiesenen Wirkungen des Weihrauchharzes:
- entzündungshemmend
- schmerzstillend
- beruhigend
Als Medikament in Deutschland nicht zugelassen
Vor allem in der ayurvedischen Medizin spielt Weihrauch eine bedeutende Rolle. Aus dem Ayurveda ist ein Extrakt des Weihrauchs bekannt, der als orales Präparat H 15 gute Erfolge bringt - vor allem wenn andere Medikamente nicht gut vertragen werden. H 15 eignet sich auch als Begleitmaßnahme zu schulmedizinischen Therapien. Gravierende Nebenwirkungen sind nicht bekannt.
Medikamentemit Weihrauch sind in Deutschland nicht zugelassen, da die geforderten Wirkungsnachweise fehlen. Sie können allerdings über Ihre Apotheke in der Schweiz beziehungsweise im Internet über Apotheken bestellt werden. Das gebräuchlichste Präparat heißt H15Gufic. Ihr Arzt kann Ihnen Weihrauch auch verschreiben. Erkundigen Sie sich jedoch vorher bei Ihrer Krankenkasse, ob sie die Kosten übernimmt.
Manche Weihrauchmittel werden auch als Nahrungsergänzungsmittel verkauft. Doch Vorsicht: Über ihre Inhaltsstoffe und deren Qualität liegen keine Daten vor, deshalb sollten Sie sie grundsätzlich nicht zur Behandlung von Krankheiten einsetzen.
Das Olibanum-Öl, das Sie in der Apotheke erhalten, kann Ihnen nützlich sein bei kleinen Druckgeschwüren im Mund (Aphthen) sowie bei Zahnfleisch-, Mandel- und Rachenentzündungen. Dazu bereiten Sie sich ein entzündungshemmendes Gurgelwasser: Geben Sie 1 bis 5 Tropfen des Öls in warmes Wasser, Salbei- oder Kamillentee. Damit gurgeln Sie einige Male am Tag für mehrere Minuten. Wenn Sie unter Akne, kleinen Hautentzündungen oder Lippenherpes leiden, tauchen Sie einen Wattepad in diese Mischung und tupfen damit die betroffenen Stellen ab. Das kühlt, lindert die Schwellung und trocknet den Entzündungsherd aus.
Olibanum-Dämpfe wirken schmerzstillend, entzündungshemmend und desinfizierend. Deshalb eignet sich der Rauch auch gut gegen Schnupfen, Halsweh und eine verstopfte Nase.