Weichmacher erhöht Neurodermitis-Risiko von Kleinkindern

in Täglich Gesund zum Thema Dermatologie
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Weichmacher kann sich gravierend auf die Gesundheit von Kindern auswirken - gerade, wenn es sich um Butylbenzylphthalat handelt, das in Bodenbelägen zu finden ist. Schon im Mutterleib wirkt dieser Stoff auf die ungeborenen Kinder und kann dazu führen, dass diese im späteren Leben ein um 50 Prozent erhöhtes Risiko für Neurodermitis und weitere Ekzeme haben.


Bisher war bekannt, dass zum Beispiel erbliche Faktoren, aber auch Tabakrauch zu Neurodermitis im Kleinkindalter führen kann. Wissenschaftler des Columbia University Medical Center, New York hatten nun Urinproben von über 400 schwangeren Frauen im letzten Schwangerschaftsdrittel genommen und diese auf ihre Butylbenzylphthalat-Belastung hin untersucht. Der Weichmacher konnte bei allen Frauen im Urin nachgewiesen werden. Im Laufe der nächsten zwei Jahre wurden die Mütter zu Hautkrankheiten bei ihren Kindern befragt; zudem wurden die Kinder untersucht.

Es zeigte sich, dass höhere Werte von Butylbenzylphthalat zu einem um 50 Prozent erhöhten Risiko für Neurodermitis und Ekzeme führten, verglichen mit den Kindern, deren Mütter niedrige Werte aufwiesen.

Butylbenzylphthalat ist ein Weichmacher, der in der EU seit sieben Jahren in Kinderspielzeug, Babyartikeln und Kosmetik verboten ist. Allerdings darf er durchaus noch verwendet werden, zum Beispiel für Bodenbeläge, Möbel oder Verpackungsmaterial. Hieraus entweicht er nach und nach in die Luft, aus dieser nehmen ihn Schwangere wieder auf.

Noch ist nicht ganz klar, wie Butylbenzylphthalat den Organismus der Kinder beeinflusst. Eventuell erhöht er das Allergierisiko - was wiederum bei der Entwicklung von Hauterkrankungen eine Rolle spielen kann.


von
Dr. Martina Hahn-Hübner

Erfahren Sie hier mehr über Dr. Martina Hahn-Hübner - Gesundheitswissen-Expertin und Chefredakteurin von Täglich Gesund und dem Mondkalender.

 
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