Weibliche Hormone verstärken Depressionen
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund
vom 30.01.2006 16:00 Uhr
GNL5356
Depressionen scheinen, wie die Angst vor Krabbeltieren, eher ein Thema zu sein, dass Frauen betrifft, besonders, wenn es um genetisch bedingte Depressionen geht. Das ergab die größte epidemiologische Zwillingsstudie.
Wisscnschaftler der Universität Richmond in Virginia haben jetzt Daten von mehr als 42.000 Zwillingen ausgewertet, die seit 1886 von einem schwedischen Institut gesammelt worden waren. Zudem wurden noch lebende Zwillingspärchen persönlich befragt. Das Ergebnis: 49 % der Frauen, die depressiv waren, hatten Mütter, die ebenfalls unter Depressionen litten. Bei Männern traf dies nur auf 29 % zu.
Forscher suchen jetzt, ob es ein Gen gibt, das für die Depressionen verantwortlich ist. Sicher ist aber, dass die Geschlechtshormone mit an dem Entstehen von Depressionen beteiligt sind. Gerade die weiblichen Hormone wirken verstärkend auf Depressionen. So lassen sich auch die Depressionen kurz nach der Entbindung erklären, unter denen viele Frauen leiden: Hier findet eine starke Hormonumstellung statt.