Wassergymnastik bei Arthritis: Sanfte Fitness ist trainierbar
unseren Experten des Mayo Clinic Gesundheits-Brief in Täglich Gesund zum Thema Arthritis
vom 2. September 2008, 16:00 Uhr
GNL5223
"Bleiben Sie in Bewegung." So lautet ein Teil des ärztlichen Rates, wenn Ihnen erklärt wird, dass Ihre morgendliche Steifheit und Ihre Gelenkschmerzen von einer Arthritis verursacht werden. Da Sie Schmerzen haben, erscheint Ihnen Bewegung vielleicht als der falsche Rat. Dennoch sind vorsichtige Übungen ein wichtiger Teil des Behandlungsplanes für die meisten Menschen, die an Arthritis leiden. Eine Methode, die Belastung der Gelenke und die damit verbundenen Schmerzen während dieser Übungen zu reduzieren, ist das Training im Schwimmbad.
Sportliche Betätigung lindert normalerweise die häufigsten Beschwerden, die in Verbindung mit Arthritis auftreten. Für die meisten Arthritis-Patienten sind die größten Probleme Schmerzen und Müdigkeit. Aber angemessene Übungen und ein ausgewogenes Maß an Belastung können die durch Arthritis hervorgerufenen Schmerzen reduzieren und - sofern ausreichend Ruhepausen eingelegt werden - einen positiven Effekt auf die krankheitsbedingte Müdigkeit ausüben.
Die Vorteile eines vernünftigen Sportprogramms für Arthritis-Patienten sind vielfältig. Im Allgemeinen kann Sport:
- das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen reduzieren und die Ausdauer erhöhen
- den altersbedingten Knochenverlust, der zu Osteoporose führen kann, verlangsamen
- die Beweglichkeit verbessern und die Muskeln kräftigen, die wiederum die Gelenke stabilisieren
- die Morgensteifheit verringern
- dazu beitragen, dass die Mobilität erhalten wird
- den Gleichgewichtssinn verbessern
- durch Gewichtsverlust helfen, die unnötige Belastung der Gelenke zu reduzieren
- ein psychologische Hochgefühl und ein erneutes Gefühl des Wohlbefindens auslösen
- Zusätzlich ergeben sich weitere Vorteile dadurch, dass die Übungen in warmem Wasser (ideal sind Temperaturen zwischen 28 und 31 C) durchgeführt werden. So hilft das warme Wasser die Muskeln zu entspannen und erlaubt eine bessere Blutzirkulation. Der Auftrieb des Wassers hilft zudem die Belastung von den Gelenken zu nehmen.
- Warmes Wasser hilft der Bewegung
- Außerdem bietet Wasser Widerstand, wenn man sich darin bewegt. Dadurch werden die Muskeln gestärkt, was wiederum zu einer besseren muskulären Unterstützung und Stabilität für die Gelenke führt.
Übungen im Wasser können auf verschiedene Art und Weise durchgeführt werden. Sie können verschiedene Bewegungsabläufe beinhalten wie zum Beispiel Wasser-Spaziergänge, zügiges Laufen im Wasser wobei eine Schwimmweste oder ein Schwimmbrett getragen wird, Wassergymnastik sowie Kraft- und Beweglichkeitstraining.
Lassen Sie vor den Wasserübungen Ihre Gelenke prüfen
Bevor Sie mit Ihrem Wasser-Trainingsprogramm beginnen, ist es wichtig, zusammen mit Ihrem Arzt zu überprüfen, ob bei Ihnen Gelenkschäden vorliegen. Darüber hinaus spielt auch eine Rolle, ob Ihnen künstliche Gelenke eingesetzt wurden. Möglicherweise möchte Ihr Arzt, dass Sie bestimmte Bewegungsabläufe vermeiden, um sicher zu stellen, dass keine Gelenksverrenkung oder Zerrung auftritt.
Zusätzlich sollte eine akute Gelenkentzündung mit Medikamenten unter Kontrolle gebracht werden, bevor Sie mit den Übungen beginnen. Dies gilt in besonderem Maße für rheumatoide Arthritis, da hier vermieden werden muss, dass sich der Zustand eines bereits entzündeten Gelenks weiter verschlimmert. Wenn Sie unter Arthritis leiden und vorhaben, regelmäßig an Übungen im Schwimmbad teilzunehmen, sollten Sie sich an folgende Empfehlungen halten:
- Beginnen Sie langsam und übertreiben Sie nicht. Ein optimales Ziel ist es, 3- bis 4-Mal pro Woche zwischen 20 und 40 Minuten an den Übungen teilzunehmen. Mein Vorschlag: Die Teilnahme an 3-4 Übungseinheiten á 20 bis 40 Minuten sollten angestrebt werden.
- Tauchen Sie das erkrankte Körperteil unter Wasser und bewegen sie es dort vorsichtig und langsam hin und her.
- Versuchen Sie das Körperteil bei leichter Dehnung möglichst in alle Richtungen zu bewegen, aber erzwingen Sie nie eine Bewegung.
- Wiederholen Sie die Bewegungen anfangs mehrmals. Wenn es Ihnen ohne deutliche Schmerzen möglich ist, sind 10 bis 20 Wiederholungen optimal. Haben Sie 2 Stunden nach den Übungen noch Schmerzen in dem erkrankten Gelenk, sollten Sie die Anzahl der Wiederholungen reduzieren, um eine Überbelastungsschaden zu vermeiden.
- Beginnen und beenden Sie jede Sitzung mit einfachen Übungen.
Wenn Sie auch Ihre Muskelkraft verbessern wollen, können sie Schritt für Schritt die Intensität der Übungen erhöhen, indem Sie im Wasser gewebte Handschuhe (z. B. aus Wolle) oder beschwerte Schuhe tragen oder Hanteln mit Auftrieb benutzen, um einen zusätzlichen Widerstand im Wasser zu erzeugen.