Was Ihnen Körper-Signale über Ihre Seele verraten
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell zum Thema Naturheilkunde
vom 06.09.2007 06:00 Uhr
GNL5223
Natürlich von Tag zu Tag, Einfälle und Ausfälle
Körper und Seele stehen mit einer Art Standby-Leitung in ständiger Kommunikation miteinander. Geht es dem einen nicht gut, reagiert die andere mit Botschaften und umgekehrt. „Leidet der Leib, muss die Seele mitbehandelt werden“. Zu dieser Erkenntnis gelangte bereits der griechische Gelehrte Sokrates. Seelische Konflikte, Ängste und Spannungen können körperliche Erkrankungen verursachen, aufrechterhalten oder verstärken. Obwohl die Macht der Seele über den Körper ganz enorm ist, wollen viele von uns diesen Einfluss nicht so recht glauben geschweige denn ernst nehmen.
Ob wir glücklich oder traurig, ausgeglichen oder gestresst, optimistisch oder hoffnungslos sind, all das spiegelt sich auch in unserem Körper wieder. Organe, Atmung, Herzschlag, Stoffwechsel, Verdauung, Blutdruck – alles schwingt in diesem Rhythmus mit. Gerät die Seele aus dem Takt, können wir krank werden. Andersherum geraten wir in seelischen Druck, wenn wir krank sind. Die Psyche steckt hinter mehr Krankheiten als uns bewusst ist. Nach amerikanischen Studien sollen 80 % aller Krankheiten psychosomatisch (Psyche = Seele, Soma=Körper) sein.
Ihr Körper reagiert noch wie in der Steinzeit
Auf elementare Ängste, lebensgefährliche oder scheinbar lebensgefährliche Situationen, bedrohliche oder störende Umstände reagiert Ihr Körper nach altbewährtem Muster mit einer ganz eigenen Sprache. Denn rein körperlich gesehen sind wir noch Steinzeitmenschen. Droht Gefahr, kennen wir nur 2 Handlungsweisen: Flucht oder Kampf.
Beides löst im Körper die uns bekannte Stressreaktion aus. Das war vor Hunderttausenden von Jahren praktisch, denn es sicherte unser Überleben. Doch heute ist das oftmals wenig hilfreich. Denn wenn wir schon wie die Steinzeitmenschen mit Stresssymptomen reagieren, wenn es bloss unerwartet an der Haustür schellt, dann ist das unserer Gesundheit natürlich nicht sehr förderlich, weil sich im Körper das ganze Notfallset abspult, wir jedoch die Spannung nicht abbauen. Das macht viele Menschen heute krank.
Die Volksweisheit ahnt die Zusammenhänge noch
Unser Körper signalisiert es uns, doch wir bringen das oft nicht in Verbindung mit der Situation, die uns belastet. Dass unsere Vorfahren darum wussten, zeigen uns Ausdrücke wie
- jemandem ist etwas über die Leben gelaufen
- jemandem kommt die Galle hoch
- jemandem schlägt etwas auf den Magen
- jemandem nimmt etwas den Atem
- jemandem schnürt etwas die Kehle zu
- jemanden haut etwas in die Knie
- jemandem fährt etwas durch Mark und Bein
- jemand ist ganz niedergedrückt
- jemandem wurde das Kreuz gebrochen
Viele Menschen glauben nicht an einen Zusammenhang zwischen Körper und Seele
Die Widerstandskraft gegen Krankheiten steht und fällt mit Ihrer Gemütslage und mit Ihrer inneren Harmonie. Innere Anspannungen machen anfällig für Krankheiten. Bei etwa der Hälfte der Menschen mit Rückenproblemen liegt ein psychisches Problem zugrunde, schätzen Experten. Viele wollen diesen Zusammenhang nicht wahrhaben. Wir sollten es jedoch wieder lernen, den Signalen unseres Körpers zu vertrauen. Denn er zeigt er Ihnen doch schon, dass etwas nicht in Ordnung ist noch bevor Sie richtig krank werden. Sie müssen nur genau hinhören.
Eine „Übersetzungshilfe“ für besonders häufige Beispiele
- Sie sind ständig verschnupft: Wenn ein Schnupfen nicht ausheilen will, schwellen die oberen Atemwege an, verstopfen die Nasengänge, breiten sich Entzündungserreger aus und reizen die empfindlichen Schleimhäute. Die Seele signalisiert „Ich hab die Nase voll, gib mir Ruhe!“ Sie haben sich womöglich zuviel zugemutet und Ihre Seele versucht, sich abzuschotten. Deshalb setzen Sie Grenzen, gönnen Sie sich einen inneren Rückzug, finden Sie heraus, was Sie überfordert.
- Ihr Nacken ist häufig verspannt: Diese Entspannungen entstehen meist durch einseitige Belastungen und Fehlhaltungen - etwa wenn Sie stundenlang am Computer arbeiten. Dann verspannt sich die Muskulatur und die Durchblutung wird schlechter. Bewegungsschmerzen stellen sich ein. Verspannungen drücken oft Angst aus. Wer sich fürchtet, macht sich klein und zieht unbewusst die Muskeln zusammen. Wer unter Stress seht, fühlt „die Faust im Nacken“. Hier helfen Entspannungsübungen und –bäder, Meditationstechniken und Massagen.
- Sie leiden immer wieder unter Blasenbeschwerden: Wenn die Blasenschleimhaut durch Bakterien gereizt wird, kann es zu schmerzenden Blasenentzündungen kommen. Gerade Frauen scheinen darauf abonniert zu sein. Manchmal steckt die Furcht vor sexueller Nähe dahinter, nicht selten Kummer und Stress, der „auf die Blase schlägt“. Das ist eine Art Weinen nach unten hinaus. Wichtig ist es, herauszufinden, wo die inneren Knoten stecken und wie Sie sie lösen können. Geben Sie sich Wärme in jederlei Hinsicht – auch die gute alte Wärmflasche wirkt hier Wunder.
- Ihr Magen rebelliert häufig: Hektik und Stress „schlagen auf den Magen“. Sodbrennen, Völlegefühl, Blähungen und Unwohlsein können die Folge sein. Schwierigkeiten im Alltag werden wie die Nahrung im Magen nicht richtig verdaut, weil Sie vielleicht „alle Probleme in sich hininfressen“. Versuchen Sie Stress abzubauen und sich nicht für alles verantwortlich zu fühlen. Nehmen Sie sich Zeit, auch um in Ruhe zu essen.
Wie sehen Sie das?
P. S.: Wenn Sie ein chronisches Problem haben und Ihre Seele in die Behandlung mit einbeziehen wollen, hören Sie sich im Bekanntenkreis nach einer psychosomatischen Klinik um oder fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach. Sie sollten ohnehin die Kostenfrage vorher klären, um keine bösen Überraschungen zu erleben.
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