Was bedeuten die unterschiedlichen Ergebnisse beim PAP-Abstrich?
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 28. September 2011, 06:00 Uhr
GNL5356
Bei der routinemäßigen Früherkennungsuntersuchung nimmt der Gynäkologe einen Abstrich des Sekrets aus der Scheide und vom Gebärmuttermund. Damit können entzündliche Veränderungen der Zellen oder mögliche Vorstufen von Krebs erkannt werden, auch wenn Sie noch keinerlei Beschwerden haben. Dieser Abstrich wird auf einem Objektträger fixiert und in einem Speziallabor dann mit Hilfe des so genannten PAP-Tests untersucht. Er gilt als einer der wenigen erfolgreichen Früherkennungsmodelle, ist aber mittlerweile nicht mehr ganz unumstritten.
Die Ergebnisse werden in fünf Stufen eingeteilt:
- PAP I kommt nur bei ganz jungen Mädchen vor, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten.
- PAP II ist der normale Befund für erwachsene Frauen. Er bedeutet, dass alles in Ordnung ist, auch wenn geringfügige Zellveränderungen nachweisbar sind.
- PAP III spricht für leichte Zellveränderungen in der Schleimhaut.
- PAP IV weist Zellveränderungen nach, die sich zu einem Tumor entwickeln könnten.
- PAP V ist der Nachweis für bösartige Tumorzellen.
Der PAP-Test hat sich jedoch in vielen Fällen als nicht ganz zuverlässig erwiesen. Denn einerseits kommt es häufig vor, dass sich Zellveränderungen von selbst wieder zurückbilden. Zum anderen hängt das Ergebnis davon ab, wie gut und wie sorgfältig der Gynäkologe den Abstrich vornimmt. Einige benutzen statt eines Bürstchens ein Wattestäbchen, das nicht genug Zellen aufnimmt. Viele Ärzte treffen die Stelle nicht, an der es möglicherweise zu Zellveränderungen gekommen ist oder dringen nicht tief genug ein. Manchmal sind die Ergebnisse nicht eindeutig, manchmal werden sie falsch interpretiert. Insgesamt wird dem Test eine Fehlerquote von 20 bis 60 Prozent nachgesagt. So gibt er Fehlalarm, der sich später als harmlos herausstellt, oder Entwarnung, wo dies nicht angebracht ist.
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