Warum Wandern Ihre Sinne lockt
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten zum Thema Wandern
vom 19. September 2011, 05:00 Uhr
GNL5356
wenn wir einen stillen Waldsee betrachten, werden wir ruhig. Wenn wir eine Frühlingswiese sehen, geht uns das Herz auf. Wenn wir auf sanfte Hügel schauen, stimmt uns das milde. Wenn wir im Garten arbeiten, erden wir uns und verschmelzen mit dem Universum. Die Natur entfaltet in uns eine ungeheure Kraft schon beim bloßen Hinschauen. Alle Sinne werden hier angesprochen: Sehen, Riechen, Hören, Tasten, Fühlen, Schmecken. Wir fühlen in uns hinein und lauschen unserer Intuition.
Wir sehnen uns nach Zeit und Raum, nach Entspannung und übergeordnetem Eingebettetsein. Natur, Gärten, Parks und Wälder können uns den Druck des Äußeren wegnehmen, und uns selbst und der Schöpfung näher bringen. Hier können wir einfach „sein". Gärten, Wälder und Landschaften bewegen uns, sie bringen Gefühle in uns zum Klingen. Sie können bedrücken und befreien, Angst machen und heilen. Die Natur beeinflusst die Psyche des Menschen wie kaum etwas anderes, das gilt zumindest für diejenigen, die sich den Zugang dazu nicht versperrt haben. Denn der immer wiederkehrende Zyklus von Wachsen und Werden, von Geburt und Tod führt uns zum Wesentlichen, zu unserem Ursprung zurück.
Die Natur zu beschauen, berührt in uns etwas sehr Ursprüngliches. Wenn wir uns in der Natur aufhalten, bekommen wieder ein Gefühl dafür, wer wir sind, wo wir herkommen und letztlich auch wie klein und zerbrechlich unser Leben ist. Die Wirklichkeit, die uns in der modernen Welt immer wieder und immer öfter abhanden kommt, wird hier wieder fassbar. Außerdem wirkt die Natur in unserer geschwindigkeitssüchtigen Gesellschaft wie eine wohltuende Bremse für unsere Seele. Sie entschleunigt uns und fährt die Reizüberflutung zurück.
Deshalb lieben meine Frau und ich das Wandern so. Es zieht uns hinaus, wann immer dies geht.
Machen Sie es besser!
Ihr
Helmut Erb
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Gerhard Dinter (19.09. 2011 07:07 Uhr):
Vielen Dank für diesen sehr lesenswerten Artikel. Genauso verhält es sich. Herzl. Grüße Gerhard Dinter
Antworten - Kommentar von Ekkehard Hochhaus (19.09. 2011 10:34 Uhr):
Sehr geehrter Herr Erb, Heute haben Sie mir aus der Seele gesprochen! Nach einer psychsomatischen REHA in der Rhön habe ich es erneut gelernt, wie wichtig die Beschaulichkeit und Ruhe im Einklang mit der Natur ist. Besonders als Großstadtmensch ist es mir jetzt, mit fast 60 Jahren wichtiger als alles andere, so oft wie möglich in der Natur zu sein und den Wechsel der Jahreszeiten zu beobachten! Vielen Dank für Ihre vielen nützlichen Ratschläge! Ihr treuer Leser Ekkehard Hochhaus
Antworten - Kommentar von Angelika Hofner (19.09. 2011 17:27 Uhr):
Es ist schön zu hören, dass es Gleichgesinnte gibt, also Menschen, welche das Menschsein noch nicht im Alltagsstress vergessen und verloren haben. Leider muss ich immer wieder feststellen, dass es zu viele Menschen gibt, welche zwar in die Natur hinaus gehen, aber sie können offenbar nicht sehen, hören, fühlen, riechen oder schmecken, sondern nur sinnlos Natur zerstören und verdrecken. Traurig das zu sehen!
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