Warum Stillen Sie nicht automatisch vor Diabetes schützt ...

Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund zum Thema Diabetes Mellitus
vom


von Dr. Martina Hahn-Hübner

Manche Meldungen, auch aus dem Gesundheitsbereich, klingen auf den ersten Blick sehr viel versprechend. Aber wenn man dann einen näheren Blick darauf wirft ...


So ging es mir in dieser Woche, als mir die Meldung in die Finger fiel, dass Frauen, die gestillt haben, seltener an Diabetes erkranken. Schon länger war bekannt, dass die Milchproduktion in den Brüsten die Insulinempfindlichkeit verbessert. Wahrscheinlich kommt dies durch den hohen Energieverbrauch der stillenden Mutter zustande, die schon für die Milchproduktion täglich rund 500 Kalorien braucht.

Nun fanden Harvard-Forscher heraus, dass stillende Mütter ein um ein Drittel vermindertes Diabetes-2-Risiko haben. Das klingt gut – leider nur im ersten Moment, wie schon gesagt. Denn das Ergebnis bezieht sich auf Frauen, die zwei Kinder jeweils über ein Jahr stillen. Wer tut das heute in unserer Gesellschaft? Darüber hinaus hält die Schutzwirkung nur rund 15 Jahre lang – wenn Sie mit 40 das zweite Kind abstillen würden, wären Sie 55, wenn die Schutzwirkung nachlässt. Dann aber beginnt erst das Alter, in dem viele Menschen an Diabetes Typ 2 erkranken.

Und auch gegen äußere Einflüsse ist die Schutzwirkung nicht gefeit: Sie hält nur dann an, wenn Sie als Frau Ihr Gewicht halten. Nehmen Sie nach der Stillzeit zu, dann haben Sie keinen erhöhten Diabetes-Schutz mehr. Und wenn Sie an Schwangerschaftsdiabetes litten, nützt Ihnen eine noch so lange Stillzeit nichts. Ihr Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, bleibt erhöht.


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