Warum Ihre Venen schlapp machen
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 21. April 2009, 06:00 Uhr
GNL5356
Ihre Beine sind von einem ausgedehnten Venennetz durchzogen. In diesem wird das verbrauchte sauerstoffarme Blut transportiert. Dabei leisten Ihre Beinvenen Schwerstarbeit. Etwa 7.000 Liter Blut müssen sie täglich gegen die Schwerkraft „nach oben" zum Herzen und zur Lunge pumpen, wo das Blut mit frischem Sauerstoff "beladen" wird. Am beschwerlichsten ist dies für die Venen in der warmen Jahreszeit, bei schwachem Bindegewebe oder wenn bereits Schädigungen vorliegen. Bei sommerlichen Temperaturen dehnen sich die Venenwände aus, und es wird noch schwieriger, das Blut nach oben zu pumpen.
Muskelpumpen und Venenklappen sichern den Rücktransport des Blutes zum Herzen. Die Hauptarbeit übernehmen dabei die so genannten Muskelpumpen. Diese aktivieren Sie automatisch, sobald Sie sich bewegen. Dann ziehen sich die Muskeln zusammen, werden fest und prall, drücken dadurch auf die Venen und helfen, das Blut in Richtung Herz zu schieben. Jede Muskelbewegung der Beine unterstützt das Fließen des Blutes. Die erste Muskelpumpe sitzt im Bereich der Zehen und der Fußsohle, die nächste am Sprunggelenk. Ihre wichtigste Muskelpumpe ist der Wadenmuskel. Wird er bewegt, versetzt er dem Blut einen regelrechten Stoß, damit es durch die Venenklappen zum Herzen geleitet wird.
Die Venenklappen kontrollieren den Rückfluss des Blutes zum Herzen und tragen ebenfalls dazu bei, der Schwerkraft ein Schnippchen zu schlagen. So lange das Blut herzwärts strömt, sind die Klappen geöffnet. Steigt der Druck in den Venen, schließen sich die Klappen und verhindern, dass das Blut wieder zu den Füßen hinunter sackt. Sie übernehmen so wichtige Steuerungsfunktionen.
Im Laufe der Zeit büsst das Venensystem seine Funktionstüchtigkeit ein. Die Venenwände verschleißen, werden nachgiebiger, sie leiern aus und versagen den Venen den nötigen Halt. In den erweiterten Venen kann das Blut nicht mehr so wirksam nach oben transportiert werden. Der Blutfluss drängt zurück beziehungsweise pendelt vor und zurück. Nach einer Weile wird immer mehr Blut von oben nach unten gedrückt. Diesem Druck halten die Venen nicht mehr Stand und beulen aus. Der Grundstein für Krampfadern ist gelegt. Von nun an nimmt die Krankheit ihren Lauf.