Wann Ihr Besuch am Krankenbett wirklich willkommen ist
Dr. Dietmar Kowertz in Verbraucherschutz Vertraulich
vom 20. Juli 2010, 10:00 Uhr
GNL5356
Ein guter Bekannter, der längere Zeit im Krankenhaus gelegen hatte, berichtet mir, dass er sich in der Klinik gut erholt habe - wenn bloß der viele Besuch nicht gewesen wäre! In der Tat belastet häufiger, vielköpfiger und lärmender Besuch am Krankenbett viele Patienten, speziell in den ersten Tagen des Aufenthalts dort oder nach einer Operation. Doch nur die wenigsten beschweren sich verständlicherweise darüber.
Daher sollten Sie als Besucher ein paar Tipps beherzigen, bevor Sie jemandem einen Krankenbesuch abstatten:
1. Erkundigen Sie sich vorher, ob Ihr Besuch willkommen ist. Akzeptieren Sie, wenn der Patient z.B. nur bestimmte Personen sehen möchte.
2. Ähnlich anstrengend können auch häufige Telefonanrufe für den Kranken sein. Beschränken Sie sich auch hier auf das Notwendigste und rufen Sie nicht zu allen möglichen Tages- und Nachtzeiten an. Bedenken Sie, dass im Krankenhaus ein veränderter Tagesablauf herrscht.
3. Wenn Sie willkommen sind, unterhalten Sie sich nicht im Stehen mit dem Patienten, sondern setzen Sie sich zu ihm. In der fremden und eher kalten Klinikatmosphäre wird körperliche Nähe meist als angenehm empfunden.
4. Floskeln wie „Nur keine Bange, das wird schon wieder" helfen dem Patienten nicht wirklich, interessanter ist es für ihn, über den Alltag „draußen" und das aktuelle Tagesgeschehen auf dem laufenden gehalten zu werden.
5. Wenn der Kranke von sich und seinen Sorgen erzählt: Hören Sie aufmerksam zu und stellen Sie sich selbst in den Hintergrund.
6. Patienten, die das Bett verlassen dürfen, sind für einen kleinen Ausflug zu Fuß, oder im Rollstuhl durch den Garten oder ins nahe gelegene Café dankbar. Melden Sie sich vorher bei der Stationsschwester ab.