Wandern - mit Herz und Verstand
Dr. Dietmar Kowertz in Verbraucherschutz Vertraulich zum Thema Wandern
vom 30. Oktober 2008, 10:00 Uhr
GNL5223
Wandern ist nicht nur des Müllers Lust. Jeder zweite Deutsche zählt die Fortbewegung in der freien Natur zu einer seiner bevorzugten Freizeitaktivitäten. Doch speziell das Wandern in den Bergen ist für viele, speziell Seniorinnen und Senioren, eine ungewohnte Belastung. Die Einsatzstatistiken der Bergrettungsdienste sprechen eine deutliche Sprache: Kreislaufkollapse, Herzinfarkte und Stürze sind in der Wandersaison an der Tagesordnung. Allein in den österreichischen Alpen verunglücken fast 10.000 Wanderer pro Jahr!
Hier erfahren Sie, wie Sie sich am besten auf eine Bergtour vorbereiten und das Risiko einer überraschenden gesundheitlichen Beeinträchtigung minimieren.
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Vermeiden Sie einen „Kavaliersstart" von 0 auf 100. Wenn Sie das ganze Jahr über nur wenig wandern oder kaum Bewegung haben, sollten Sie sich nicht von heute auf morgen auf eine Bergtour begeben. Bereiten Sie sich spätestens sechs bis vier Wochen vor dem Start darauf vor, indem Sie sich bei kleineren Wanderungen langsam warmlaufen. Auch Radfahren und Jogging oder Nordic Walking sind als Vorbereitungssport geeignet. Eine gut vorbereitete Bein- und Fußmuskulatur sowie eine angemessene Kondition sind das A und O zur Vermeidung von Stürzen.
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Wie ist es um Ihre Ausrüstung bestellt? Ausgelatschte Wanderschuhe sind ebenso fehl am Platze, wie nagelneue, noch nicht eingelaufene. Bekleiden Sie sich nach Art der Zwiebel: Tragen Sie mehrere Lagen dünner Bekleidung, statt weniger dicke Schichten. Moderne Funktionsbekleidung ist wasser- und winddicht und führt trotzdem Feuchtigkeit von innen nach außen ab. Eine leichte Kopfbedeckung in hellen Farben schützt Sie vor der Sonne, die im Gebirge intensiver sein kann als am Meer.
- Brechen Sie früh auf, damit die Mittagshitze Sie nicht erwischt. Schützen Sie Gesicht und unbedeckte Körperpartien mit Sonnenschutzcreme. Viel trinken schützt Sie vor dem Dehydrieren und vor Kreislaufproblemen und hält Sie länger fit. Trinken Sie nicht erst dann, wenn Sie sich durstig fühlen, sondern in bestimmten Zeitintervallen, etwa jede Stunde. Ersetzen Sie verbrauchte Kalorien durch Müsliriegel, Obst oder Traubenzucker.
Wichtig: Handy mit den Notrufnummern der Bergwacht mitnehmen (vorher nach Empfangsbedingungen erkundigen).