Vorsicht, Textilgifte! Kleidung kann Sie krank machen

in Täglich Gesund
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von Dr. Dietmar Kowertz, Chefredakteur von "Benefit", dem exklusiven Ratgeber für Ihr Geld, Ihre Gesundheit und Ihren Erfolg,

Knitterfrei, bügelfrei, sanitized, filzt nicht, läuft nicht ein – hinter all diesen verkaufsfördernden Attributen unserer Kleidungsstücke verbirgt sich fast immer Chemie. Rund 7.000 zugelassene so genannte textile Hilfsmittel gibt es, dazu noch gut 500 Färbemittel. Doch es kommt noch schlimmer: 80 Prozent der hier zu Lande verkauften Textilien stammen aus dem Ausland. Niemand kontrolliert, womit dort gearbeitet wird. Selbst in Deutschland sind nach Untersuchungen 40 Prozent der chemischen Zusatzstoffe nicht gemeldet – darunter auch stark gesundheitsgefährdende Substanzen, die heftige Allergien auslösen können. Ganz zu schweigen von chemischen Pflanzenschutzmitteln, wie Pestizide, Fungizide etc. Der Gesetzgeber schützt uns nicht davor. Er schreibt lediglich die Deklaration des Gewebes vor, also z. B. "80 % Baumwolle, 15 % Polyamid, 5 % Polyester". Was an Chemie in der Kleidung steckt, bleibt das Geheimnis des Herstellers. Ich rate Ihnen: Wenn der Gesetzgeber Sie nicht schützt, müssen Sie es selbst tun. Diese Tipps verraten Ihnen, was Sie machen müssen, damit Ihnen die Chemie in den Textilien nicht unter die Haut geht:


  1. Wenn Sie nicht auf synthetische Fasern (Polyamid, Polyacryl etc.) verzichten wollen, achten Sie darauf, dass diese nicht mit Dispersionsfarbstoffen, sondern mit Säurefarbstoffen gefärbt sind. Das ist z.B. dann der Fall, wenn Sie ein Etikett mit der Aufschrift "waschecht" entdecken.
  2. Verzichten Sie auf Kleidungsstücke mit den Hinweisen: "separat waschen", "Farbe blutet aus" oder "vor dem Tragen waschen". Diese Farbstoffe haften schlecht und können von der Haut aufgenommen werden.
  3. Verzichten Sie ebenso auf Textilien, die auf dem Einnäher einen der folgenden Hinweise tragen: "bügelfrei", "knitterarm", "wash and wear", "crash" (künstlicher Knittereffekt) oder Ähnliches. Sie enthalten oft spezielle Kunststoffbeschichtungen, die beim Schwitzen oder Bügeln Formaldehyd freisetzen.
  4. Auch bestimmte "Ausrüstungshinweise" wie "sanitized" oder "fußpilzhemmend" sind sichere Hinweise auf chemische Substanzen, die Allergien auslösen können.
  5. Waschen Sie alle waschbaren Textilien vor dem ersten Tragen. Selbst dann, wenn "vorgewaschen" draufsteht. Das löst nicht nur überschüssige Farbe aus dem Gewebe, sondern auch Giftstoffe. Pestizide z. B. sind erst nach ca. 10 Wäschen ausgewaschen.
  6. Verzichten Sie auf knallbunte und dunkle Textilien. Diese enthalten besonders große Farbstoffmengen.
  7. Nach dem chemischen Reinigen lassen Sie die Kleidung am besten einen Tag auf dem Balkon ausdünsten.
  8. Achten Sie beim Kauf auf die Label unabhängiger Prüfinstitute wie "Textiles Vetrauen"; garantiert, dass keine krebserregenden Substanzen oder allergenen Stoffe enthalten sind, "Toxproof" und "Öko-Tex-Standard 100"; garantieren darüber hinaus ökologische Produktionsweise, "Naturtextil"; garantiert, dass die Rohmaterialien aus biologischem Anbau und artgerechter Tierhaltung stammen.

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