Vorsicht! Schimmelpilze in Kopfkissen mit synthetischer Füllung
Dietmar Kowertz in Verbraucherschutz Vertraulich
vom 26. Juni 2008, 10:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leserin,
lieber Leser!
Synthetik-Füllung statt Federn? Beim Kopfkissen scheiden sich die Geister. Doch das Eine kann genauso gesundheitsschädlich sein wie das Andere!
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Viel Spaß beim Lesen!
Dr. Dietmar Kowertz
Vor wenigen Jahren kam es regelrecht in Mode, das Kopfkissen mit Federfüllung gegen ein solches mit synthetischem Füllmaterial auszutauschen. Hintergrund: Der Abrieb der Federn löste bei empfindlichen Menschen Atemwegserkrankungen bis hin zu Allergien aus. VERBRAUCHERSCHUTZ-VERTRAULICH erfuhr von Untersuchungen aus Großbritannien, die den Verdacht nahe legen, dass man damit den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben hat.
Allergiemediziner der Universität Manchester sahen sich zehn Kopfkissen, je fünf mit Feder- und synthetischer Füllung genauer an. Die Kissen waren zwischen 18 Monaten und 20 Jahren in Gebrauch. Sie waren ohne Ausnahme mit Schimmelpilzen besiedelt. Allerdings: Die mit Federn gefüllten Kopfkissen waren deutlich geringer mit Schimmel belastet als die mit der Synthetik-Füllung!
Die Forscher fanden pro Kissen zwischen vier und sechzehn verschiedene Schimmelpilz-Arten, pro Kissen bis zu 1 Million Sporen. Sie ernähren sich sowohl von Hautschuppen als auch von den Ausscheidungen der allgegenwärtigen Hausstaubmilben. Die Pilze sind teilweise identisch mit denen, die sich auch auf verdorbenem Brot oder Wein ansammeln, sowie solchen, die normalerweise feuchte Wände oder Duschkabinen besiedeln.
Besonders der Pilz Aspergillus fumigatus fühlt sich in der Synthetik-Bettwäsche wohl. Das ist deshalb so bedenklich, weil er z.B. in Stirnhöhle und Lungen eindringen und dort die Aspergillose hervorrufen kann, eine schwer zu behandelnde Krankheit, die in einem von 25 Fällen sogar tödlich endet. Der Pilz kann ebenso Magen, Darm und das Nervensystem befallen. Aspergillus pneumonia und aspergillus sinusitis wurden in der Studie ebenfalls entdeckt. Diese Pilze rufen besonders bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährliche Erkrankungen hervor.
Die größte Gefahr, so Professor Ashley Woodcook, der Leiter der Studie, besteht immer dann, wenn Patienten aus dem Krankenhaus nach Hause entlassen werden und sich dann zwangsläufig dem Pilzmilieu ihres Kopfkissens aussetzen. Der Professor rät daher: Wenn Sie nicht gerade allergisch auf Federn reagieren, sollten Sie zum altbewährten Kopfkissen mit Federfüllung wechseln. Achten Sie darauf, dieses mindestens zweimal pro Jahr in die Federnreinigung zu geben. Wenn Sie nach einem Krankenhausaufenthalt nach Hause entlassen werden: Sorgen Sie bereits vor der ersten Nacht daheim für ein frisch gereinigtes Federkissen, oder - wenn Sie bei Synthetik bleiben müssen oder wollen: Kaufen Sie unbedingt ein neues Kissen. Synthetische Kopfkissen sollten Sie 3 bis 4 Mal im Jahr waschen und nach 3 Jahren durch neue ersetzen. Die im Fachhandel erhältlichen Zwischenbezüge gegen Milben (ca. 11 Euro pro Bezug) helfen nicht gegen Schimmelbefall.