Vor allem Stress führt zum Zähneknirschen
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten zum Thema Stress
vom 27. Oktober 2011, 05:00 Uhr
GNL5356
Warum knirschen manche Menschen nachts mit den Zähnen und andere nicht? Meist ist dies ein Notventil des Körpers, um den täglichen Stress abzubauen. Studien haben nachgewiesen, dass die Betroffenen in Stressphasen besonders intensiv mit den Zähnen mahlen. Belastende Ereignisse und unausgetragene Konflikte können dahinter stecken. Sind die Probleme gelöst, verschwindet der Knirsch-Spuk meist wieder. Auch die Persönlichkeit soll eine Rolle spielen. Der typische Zähneknirscher ist eher zurückhaltend und ängstlich. Er tut sich schwer damit, seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Er will sich seine Ängste und Sorgen nach außen hin nicht anmerken lassen und beißt gewissermaßen im doppelten Sinne die Zähne zusammen. Aussprüche wie „Da muss man sich durchbeißen" oder „Da muss man die Zähne zusammenbeißen" oder „Dem muss man mal die Zähne zeigen!" weisen ziemlich deutlich daraufhin, dass auch der Volksmund um den Zusammenhang von seelischem Druck und Druck auf das Gebiss weiß.
Gelegentlich stecken aber auch „geografische" Unebenheiten dahinter: schief stehende Zähne, Zahnlücken, Deformationen des Kiefers oder schlecht sitzender Zahnersatz. Funktionsstörungen des Kiefergelenkes können sich im gesamten Körper auswirken, etwa als Kopf- oder Rückenschmerzen und Organbeschwerden.
Nehmen Sie alle Möglichkeiten wahr, um Ihren Stress zu reduzieren. Versuchen Sie für Dinge, die Sie belasten, möglichst eine Lösung zu finden, die Ihnen den Druck von der Seele nimmt. Sind die zugrunde liegenden seelischen Probleme sehr schwerwiegend, kann eine psychotherapeutische Behandlung nötig werden. Sie sollten sich nicht scheuen, diese in Anspruch zu nehmen. Denn oft verschwindet das Knirschen auch von selbst wieder, wenn sich der Stress gelöst hat.