Vitamin D kann das Risiko von Bauchspeicheldrüsenkrebs reduzieren
unseren Experten des Mayo Clinic Gesundheits-Brief in Täglich Gesund zum Thema Vitamin D
vom 16. Februar 2010, 16:00 Uhr
GNL5356
Bauchspeicheldrüsenkrebs steht im Gegensatz zu anderen Krebsarten weniger im Mittelpunkt der Öffentlichkeit. Er ist aber sehr bösartig. Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft erkranken in Deutschland jährlich etwa 12.800 Menschen an einem Krebs der Bauchspeicheldrüse (Pankreaskarzinom) - das sind etwa 6% aller Krebserkrankungen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Männer bei 68 und für Frauen bei 75 Jahren.
Bauchspeicheldrüsenkrebs ist im Frühstadium sehr schwer zu erkennen, deshalb wird der Tumor häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Die 5- ahresüberlebensrate liegt deshalb lediglich bei unter 5%.
Aufgrund einer kürzlich veröffentlichen Studie gibt es jedoch positive Nachrichten. Durch eine ausreichende Einnahme von Vitamin D - sei es durch die Nahrung oder durch Nahrungsergänzungsmittel - kann das Risiko, einen Krebs der Bauchspeicheldrüse zu entwickeln, um nahezu 50% reduziert werden.
In der Studie, die im Wissenschaftsmagazin Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention (zu deutsch Krebs-Epidemiologie, Biomarker & Vorbeugung) veröffentlicht wurde, bewerteten die Wissenschaftler die Ernährung unter Berücksichtigung der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln von 47.000 Männern und 75.000 Frauen über einen Zeitraum von 16 Jahren. Während des Studienzeitraums entwickelten 365 Menschen einen Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Nachdem die Faktoren berücksichtigt worden waren, die das Risiko eines Pankreaskarzinoms beeinflussen könnten - wie zum Beispiel Rauchen, die Einnahme von Multivitaminpräparaten, Alter und Körpergewicht -, kamen die Wissenschaftler zu folgendem Ergebnis: Die tägliche Einnahme von Vitamin D in Dosen zwischen 300 und 600 internationalen Einheiten konnte das Risiko, Bauchspeicheldrüsenkrebs zu entwickeln, um 43% reduzieren. Die Einnahme höherer Dosen bot keinen darüber hinaus gehenden gesundheitlichen Vorteil. Die Einnahme täglicher Dosen in Höhe von 150 bis 199 internationaler Einheiten Vitamin D führte zu einer Reduzierung des Risikos um 22%.
Auch wenn dies ein Aufsehen erregendes Ergebnis ist, stimmen die Ärzte der Mayo Clinic den Autoren dieser Studien zu, dass weitere Forschungen notwendig sind. Dennoch fügt diese Studie in der wachsenden Liste möglicher gesundheitlicher Vorteile einer ausreichenden Vitamin-D-Versorgung einen weiteren wichtigen Aspekt hinzu. Der menschliche Körper kann Vitamin D selbst herstellen, wenn die Haut ausreichend mit Tageslicht bestrahlt wird. Um Ihr Risiko von Hautschäden zu begrenzen, die zu Melanomen oder anderen Formen von Hautkrebs führen, kann es sicherer sein, wenn Sie Vitamin D über die Nahrung bzw. Nahrungsergänzungsmittel aufnehmen.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Heeren (16.02. 2010 16:10 Uhr):
Meine erneute Frage: Der menschliche Körper kann Vitamin D selbst herstellen, wenn die Haut ausreichend mit Tageslicht bestrahlt wird. Können die Sonnestrahlen, die durch eine Fensterscheibe auf die Haut treffen, ebenfalls Vitamin D genau so produzieren, als wenn die Sonnenstrahlen im Freien direkt auf die Haut treffen? MfG Gerhard Heeren
Antworten- Antwort von Michaela Heeren (08.03. 2010 10:33 Uhr):
Normales Fensterglas lässt die für die Vitamin D - Synthese wichtigen UVB Strahlen nicht durch.
- Antwort von Michaela Heeren (08.03. 2010 10:33 Uhr):
- Kommentar von Wolfgang Peukert (16.02. 2010 17:31 Uhr):
Ich lese gerade den Bericht über Vitamin D. Die Einnahmemenge wird in internat. Einheiten angegeben... Bitte wer weiß schon diesen Wert, bzw. den Umrechnungsfaktor in gebräuchliche Einheiten, wie sie bei Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln angegeben wird, nämlich Gramm oder mikrogramm. Hier kann jeder sehen, wieviele mg er zu sich nehmen muß... aber wieviele internat. Einheiten muß ich denn bitteschön nehmen??? LG, W. Peukert
Antworten - Kommentar von Brigitte Pühringer (16.02. 2010 18:54 Uhr):
Danke für diesen tollen Beitrag. Könnten Sie bitte noch anfügen, in welchen Lebensmitteln genau das meiste Vitamin D enthalten ist. Leider kann ich kein Obst essen, da ich mit dem Magen Probleme hab. Gibt es daher auch noch andere Lebensmittel, die viel Vitamin D enthalten?
Antworten - Kommentar von Eva R (11.01. 2012 13:37 Uhr):
Ich habe kürzlich in einem Bericht mitbekommen, dass Vitamin D auch wenn so wichtig für den Körper ist, kann nicht durch künstliche Beigaben im Körper aufgestockt werden. Eine U-Boot Mannschaft mit vorheriger Gesundheitsuntersuchung ging für 6 Wochen auf Tauchganng. Alle waren gesund mit besten Blutwerten, auch Vitamin D hatten alle ausreichend gehabt. Nach 6 Wochen, obwohl sie die Vitamin D Tagesdosis in Tablettenform erhalten haben, und nach dem Auftauchen erneut untersucht worden waren, hat sich herausgestellt, dass in ihrem Blut KEIN Vitamin D mehr zu finden war. Also nur Sonne und firsche Luft evtl. einige Lebensmitteln können uns dieses Vitamin bereit stellen. Schade, dass dieses Bericht in einschlägigen Artikeln nie erwähnt wird und Vitaminpillenschlucken immer noch als eine Möglichkeit der Gesundheiterhaltung dargestellt wird.MFG Eva R.
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