Visionssuche löst die unterschiedlichsten Gefühle aus
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten zum Thema Psychiatrie
vom 10. Juni 2009, 05:00 Uhr
GNL5223
„Man beginnt in der Einsamkeit auf dem nackten Leben zu kauen und die eigene Vergangenheit zu verdauen, fühlt sich mal einsam, schutzlos, dann wieder ekstatisch und verbunden", berichtet der oben erwähnte Buchautor Geseko von Lüpke nach der Teilnahme an einem solchen Seminar. Fragen des Lebens würden aufgeworfen, nach dem eigenen Platz in der Welt. In der Stille des Rückzugs verändert sich der Blick auf das eigene Leben. Die Grenzen zwischen Außen und Innen lösen sich mehr und mehr auf.
Der Augsburger Psychoanalytiker Rolf Haubl interpretiert das so: „Während die klassische Psychoanalyse den Zugang zur Seele über Träume und Fehlleistungen sucht, hat die Wildnis-Bewegung im Grunde genommen eine neue Therapie-Richtung eingeschlagen. Sie besteht darin, durch die Konfrontation mit der äußeren Wildnis einen Zugang zu unserer inneren Wildnis, zum Unbewussten und Verdrängten zu finden." Durch die Konfrontation mit der äußeren Natur finden wir einen Zugang zu unserer inneren Natur, zum Unbewussten und Verdrängten. Die Visionssuche in der Natur bedeutet sich selbst (nur noch) als Teil des großen Ganzen erleben.