Viagra als Dopingmittel für Sportler
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 17. Juli 2008, 05:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leserinnen,
liebe Leser,
man kommt ja mal wieder in Sachen Doping aus dem Staunen nicht heraus - von der laufenden Tour de France abgesehen. Die Rad-Teams können ja offenbar gar nicht anders als dopen. Und mir erscheint inzwischen als Narr, wer glaubt, es handele sich um einzelne Dopingsünder. Das ist ein ganz abgefeimtes Spiel.
Im Doping können Sie generell Ihr blaues Wunder erleben. Die viel besungenen Potenzpillen sollen nun auch noch Sportler stark machen. Durch die gesteigerte Sauerstoffzufuhr wird die Verbrennung in den Muskeln angeregt. Unter Sportlern wird die Pille - so scheint es - immer beliebter. Und zwar in einem Ausmaß, dass die Welt-Doping-Agentur WADA schon aufmerksam geworden ist. Sie hat jetzt mehrere Studien über den Wirkstoff Sildenafil im Sport in Auftrag gegeben. Es ist bekannt, dass er auch zur Leistungssteigerung eingesetzt werden kann. Denn er erweitert die Blutgefäße und verbessert die Sauerstoffaufnahme des Blutes sowie die Auswurfleistung des Herzens. Das soll sich vor allem beim Bewältigen von Höhenmetern bemerkbar machen - also vor allem beim Laufen und im Radsport. Schädliche bis tödliche Nebenwirkungen inbegriffen.
Übrigens: Den Radsport hat diese Erkenntnis dem Vernehmen nach auch schon erreicht. Unlängst wurden in den Räumlichkeiten eines italienischen Amateur-Trainers über 80 Packungen des Potenzmittels gefunden. Man vermutet, dass Viagra insofern auch bald auf der Liste der verbotenen Substanzen auftauchen könnte.
Fallen damit dann auch alle Liebesleidenden, die auf das blaue Wunder bauen, unter den Dopingverdacht? Was meinen Sie?
Machen Sie es besser!
Ihr
Helmut Erb