Verursacher der Lippenbläschen ist das Herpes-simplex-Virus
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 29. Juni 2011, 06:00 Uhr
GNL5356
Die Familie der Herpesviren ist groß und besteht aus einigen hundert Mitgliedern. Sie rufen eine Vielzahl unterschiedlicher Krankheitsbilder hervor - wie Lippenbläschen, Genitalherpes, Windpocken, Gürtelrose oder Pfeiffersches Drüsenfieber.
Unter den vielen verschiedenen Herpesviren sind zwei Vertreter am meisten verbreitet:
- HSV Typ 1 ist die am häufigsten vorkommende Art. Sie ist in der Regel auf Mund und Lippen begrenzt, kann aber auch bei entsprechenden Sexualgewohnheiten die Genitalien befallen.
- HSV Typ 2 befällt vor allem die Geschlechtsteile.
Verursacher der Herpesbläschen an der Lippe ist das Herpes-simplex-Virus Typ I (HSV Typ I). Meist erfolgt die erste Infektion schon im Kindesalter und kann viele Jahre symptomlos bleiben. Auch bei Erwachsenen bricht bei einer Erstinfektion mit dem Virus nicht immer gleich Lippenherpes aus. Die Viren wandern über die Nervenbahnen zu den Ganglien (Nervenknoten) und verweilen dort in einer Ruheform. Verschiedene Einflussfaktoren können die Viren zu ihrer vermehrungsfähigen Form aktivieren, so dass sie beginnen, sich rasch zu vervielfältigen. Die Viren wandern über die Nervenbahnen zurück und befallen die oberen Hautschichten: Es entstehen die typischen Bläschen an der Lippe.
Der Verlauf eines Ausbruchs ist fast immer gleich und zeigt sich in fünf Stadien:
- Juckreizstadium: Kribbeln, Hautspannung oder Schwellung
- Bläschenstadium: Erste sichtbare Anzeichen von Anhäufungen kleiner Bläschen.
- Nässe-/Wundstadium: Die Bläschen platzen auf und hinterlassen eine nässende Wunde. Dies ist das schmerzhafteste Stadium mit der höchsten Ansteckungsgefahr.
- Krustenstadium: Verschorfung, Juckreiz und Brennen mit Blutung, wenn die Verkrustung aufbricht.
- Heilungsstadium: Die Verkrustung löst sich ab.