Vertebroplastie - nicht besser als ein Placebo-Eingriff?
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund
vom 10. August 2009, 16:00 Uhr
GNL5356
Bei einer Osteoporose in der Wirbelsäule wird häufig die so genannte Vertebroplastie angewandt. Dabei spritzt der Arzt Knochenzement in den Wirbelkörper, der gebrochen ist. So sollen die Schmerzen verringert werden, der Knochen wird angeblich wieder stabilisiert.
Amerikanische Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass diese Operation nicht besser oder schlechter wirkt, als eine Scheinoperation. Dazu wuden fast 70 Osteoprose-Patienten tatsächlich operiert. 63 weiter wurden narkotisiert, an ihnen wurde aber nur ein Hautschnitt durchgeführt, der dann wieder vernäht wurde. Das Ergebnis: Schmerzen und auch Funktion der betroffenen Wirbelkörper verbesserten sich in beiden Gruppen gleich gut.
Die Forscher wissen nicht, ob diese positiven Folgen auf die Narkose oder auf die Erwartung der Patienten zurückzuführen ist. Weitere Ergebnisse hierzu sollen noch folgen. Wichtig sind diese auch im Hinblick darauf, dass die Vertebroplastie nicht wissenschaftlich in ihrer Wirksamkeit belegt ist - und dass sie selbst ein Risiko für Wirbelkörperbrüche in der Zukunft darstellen kann.