Verhütung in der Lebensmitte: Was passt zu Ihnen?
Sylvia Schneider in Täglich Gesund
vom 29. Juni 2009, 16:00 Uhr
GNL5356
Für viele Frauen um die 40 ist die Familienplanung abgeschlossen. Die meisten machen sich nun auf die Suche nach einem Schutz vor Schwangerschaft, der zu ihrer Lebensphase passt. Viele Frauen hatten sich bislang für die Pille entschieden, denn sie gilt nach wie vor als am sichersten. Doch bringt sie bekanntlich auch unerwünschte Nebenwirkungen mit sich. Und die fallen mit den Jahren zunehmend schwerer ins Gewicht. Denn jetzt schlagen auch die Sünden des Lebensstils allmählich negativ zu Buche: falsche Ernährung, Bewegungsmangel, Rauchen, zu viel Alkohol, Drogen- und Medikamentenmissbrauch sowie ein stressbeladenes Leben.
Gesundheit, Lebenssituation, Lebensalter und Bedürfnisse entscheiden darüber, welche Verhütungsmethode am besten zu einer Frau passt. Für jüngere Frauen steht meist die Sicherheit an erster Stelle, Frauen im mittleren Alter möchten oft das zyklische Auf und Ab ihres Körpers bewusst spüren. Etwas ältere Frauen haben vor allem ihre Gesundheit im Blick. Sie wollen deshalb häufig auf eine weniger einschneidende Verhütungsmethode zurückgreifen.
Wie lange müssen Sie verhüten?
Zwar verringert sich die Möglichkeit, schwanger zu werden, mit dem Alter stetig, doch macht dies die Verhütung nicht überflüssig. Die Aktivität der Eierstöcke kann sehr wechselnd sein. Es kommt unter Umständen zu Phasen, in denen der Eisprung und die Menstruation ausbleiben. Dann setzen wieder regelmäßige Blutungen und Eisprünge ein. So kann es immer noch zu einer Schwangerschaft kommen. Im Allgemeinen wird empfohlen, die Verhütung etwa bis zum Alter von 51 „durchzuhalten".
Welche Verhütungsmittel kommen für Sie in Frage?
Bei der hormonellen Verhütung ist das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ins Kalkül zu ziehen. Von der Pille ist deshalb in diesem Alter abzuraten. Vaginalring und Verhütungspflaster können hier eine Alternative sein. Gänzlich tabu ist in jedem Lebensalter die Kombination von hormoneller Verhütung und Rauchen. Das Thromboserisiko wird hier besonders gefürchtet.
Bei der Spirale können mit dem Alter die Blutungen stärker werden. Die Spirale wird von älteren Frauen oft nicht mehr so gut vertragen, da viele Frauen - wenn es auf die Wechseljahre zugeht - ohnehin zu stärkeren Blutungen neigen. Die natürliche Verhütung wird in diesem Alter Schwierigkeiten machen, wenn der Zyklus unregelmäßig wird.
Welche Verhütungsmethode für Sie in Frage kommt, hängt letztlich auch davon ab, wie häufig Sie Geschlechtsverkehr haben. Ist das nur selten der Fall, empfehlen sich leicht zugängliche Methoden, die den Körper nicht über den ganzen Zyklus hinweg mit Hormonen belasten oder Sie tagtäglich beschäftigen - etwa das Kondom oder die Verhütungskappen Lea und FemCap.