Verhindern Sie Harninkontinenz mit regelmäßigem Training
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten zum Thema Inkontinenz
vom 14. Juni 2011, 10:10 Uhr
GNL5356
die wenigsten Menschen sprechen offen über ihre Probleme mit ihrem schwachen Beckenboden und den gefürchteten Folgen wie Inkontinenz. Dabei stärkt das richtige Training diese Muskelplatte, verhindert Inkontinenz und macht sogar den Sex schöner. Das betrifft zwar häufiger Frauen, aber gar nicht so selten auch Männer-
Ein kräftiges Niesen, ein schneller Lauf zum Bus, ein herzhaftes Lachen und schon gehen einige Tropfen Urin ab. Harninkontinenz! Das gleiche kann Ihnen passieren, wenn die Aftermuskulatur nicht mehr richtig abschließt. Dann verlieren Sie unwillentlich etwas Stuhl. Die Angst vor diesen als so überaus peinlich empfundenen Vorfällen kann den Betroffenen verständlicherweise das ganze Leben vergällen. Millionen leiden still vor sich hin, weil sie sich nicht trauen, Hilfe zu suchen. Sie empfinden es als ungeheuer peinlich, wie ein kleines Kind in die Hosen zu machen. Sie mögen mit niemandem darüber reden, weil es ihnen so unangenehm ist. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die meist durch einen schwachen Beckenboden ausgelöste Inkontinenz eines der letzten medizinischen Tabus. Wie gesagt: Meistens trifft es Frauen - vor allem aufgrund von schweren Geburten! Immerhin hat jede fünfte deutsche Frau über 25 gelegentlich oder dauerhaft Probleme damit. Doch nur rund die Hälfte von ihnen sucht deswegen ihren Arzt auf.
Der Beckenboden ist die Muskelpartie, die den Bauchraum nach unten hin abschließt. Durch den Beckenboden geschützt befinden sich Darm, Blase, Gebärmutter mit Eierstöcken und Eileitern sicher im Körperinneren, nur ihre Ausgänge - After, Harnröhre, Scheide - durchbrechen diese Muskelplatte. Dass die Blase „undicht" - also inkontinent - werden kann, liegt unter anderem an einer angeborenen „Spezialität" von Frauen: Sie verfügen zwar über einen inneren und äußeren Schließmuskel, die die Harnröhre verschließen, haben aber im Gegensatz zu Männern keinen richtigen ringförmigen Harn-Schließmuskel. Deshalb ist ihre Blase nur dicht, wenn Harnröhre und Beckenboden straff sind. Beim Husten, Niesen, schwerem Heben oder auch herzhaftem Lachen drückt das Zwerchfell nach unten auf die Eingeweide, auf Blase und Harnröhre und indirekt auch auf Ihren Beckenboden. Ist dieser straff, hält er dagegen. Ist er erschlafft, weicht er nach unten aus und öffnet die Harnröhre, es beginnt zu träufeln. Frauen haben auch deshalb häufiger Probleme mit der Inkontinenz, weil ihr Beckenboden eine größere Fläche hat als der von Männern und körperlichen Belastungen nicht so gut standhält.
Lesen Sie in den nächsten Beiträgen, was Sie gegen Ihre Muskelschwäche im Beckenboden selbst tun können.
Machen Sie es besser!
Ihr
Helmut Erb