Verdauungsbeschwerden: Mehr Ballaststoffe helfen Ihnen nicht immer
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 23. September 2010, 06:00 Uhr
GNL5356
gestern berichtete ich Ihnen über chronische Verdauungsbeschwerden. Ein häufig geäußerter Ratschlag lautet, der oder die Betroffene möge doch mehr ballastsstoffreiche Nahrung zu sich nehmen. Das ist zwar im Prinzip sinnvoll, jedoch nicht immer richtig. Es hängt davon ab, wodurch die Beschwerden ausgelöst werden. Da deren Ursache oft bestimmte Nahrungsmittel sind, müssen Sie erst einmal herausfinden, was bei Ihnen diese Reaktionen im Darm auslöst. Dabei hilft es Ihnen, wenn Sie über mehrere Monate ein möglichst genaues Ernährungstagebuch führen, in dem Sie alles eintragen, was Sie zu sich nehmen und wie es Ihnen dabei geht. Dann erkennen Sie einen Zusammenhang zwischen Ihrem Speisezettel und Ihren Beschwerden. Reagieren Sie beispielsweise auf Milch und Milchprodukte empfindlich, könnte eine Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz) vorliegen. Vertragen Sie dagegen Früchte oder Obstsäfte schlecht, deutet dies auf eine Fruchtzuckerunverträglichkeit hin.
Wenn sich bei Ihnen der Darm vor allem durch Blähungen oder Schmerzen bemerkbar macht, können Ballaststoffe die Symptome noch verstärken. Profitieren werden Sie durch eine ballaststsoffreichere Ernährung dann, wenn Verstopfung oder Durchfall ohne Nahrungsmittelunverträglichkeit im Vordergrund stehen. Setzen Sie in diesem Fall vor allem auf so genannte „Gelbildner", die den Stuhl fest und geschmeidig machen - dazu eignen sich ganz besonders gut Flohsamenschalen aus der Apotheke oder dem Reformhaus. Diese werden aus den Samen einer indischen Wegerichart hergestellt und helfen Ihnen sowohl bei Durchfall als auch bei Verstopfung.
Nehmen Sie davon zu Beginn 1 bis 2 EL täglich mit viel Flüssigkeit ein. Wenn Sie können Sie die Flohsamen gut vertragen, können Sie die Tagesdosis langsam auf bis zu 6 EL (etwa 30 g) steigern. Manche Betroffene schwören auch auf Weizenkleie zur besseren Versorgung mit Ballaststoffen. Diese wird jedoch erfahrungsgemäß oft schlechter vertragen.
Bleiben Sie natürlich gesund!
Ihre Sylvia Schneider
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Karl Heinz Stenzel (23.09. 2010 07:15 Uhr):
Es stimmt! Flohsamen ist ein super Mittel bei zu festem Stuhlgang. Allerdings sollte man bei der Einnahme auch reichlich trinken um die Schleimbildung zu gewährleisten. Sonst erreicht man das Gegenteil. Ein weiteres gut wirkendes Mittel ist das Getränk der Hundertjährigen - der Kefir.
Antworten - Kommentar von Birgit Gunia (23.09. 2010 21:32 Uhr):
Hallo, ich leide auch an einem Reizdarm. Und über viele Jahre habe ich ihn ertragen. Und auch die Aussage, dass man damit leben muss. Dann, endlich, wurde ich durch einen IgG-Test auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten getestet. Mir kam es suspekt vor, dass ich 1 Tag nach dem Genuss von Erdbeeren immer Durchfall bekam. Und es ist ganz viel, was ich nicht vertrage, bestimmte Getreidesorten, bestimmte Obst-, u. Gemüsesorten, Hülsenfrüchte. Also ich vertrage z.B. keine ballaststoffreiche Ernährung, davon bekomme ich flüssigen Stuhlgang. Auch Nüsse und Kerne vertrage ich nicht gut, ebenso Mohn. Bei mir wechselt der Stuhl zwischen dünn und fest. Und ich kenne auch diese unglaublichen Bauchkrämpfe, die mich oft in die Knie gezwungen haben. Der starke, gerade von morgens bis mittags anhaltende Durchfall ist jetzt aber nicht mehr vorhanden.
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