Verbannen Sie Wohngifte aus Ihrer Umgebung
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 13.09.2007 06:00 Uhr
GNL5356
Natürlich von Tag zu Tag, Einfälle und Ausfälle
Zuerst sind es unspezifische Störungen des Wohlbefindens, dann wachsen diese sich zu einem handfesten Leiden aus. Die Luft in Häusern und Wohnungen ist häufig so mit Schadstoffen verpestet, dass dieses gesundheitsschädigend ist.
Immer mehr Menschen leiden an ihrem Zuhause. Denn in den Wohnungen kann sich eine ganze Reihe von Schadstoffquellenbreit machen. Das sind vor allem Ausdünstungen aus Baumaterialien und Einrichtungsgegenständen. Lacke, Harze, Lösungsmittel, Weichmacher oder Formaldehyd stehen hier ganz oben auf der Negativliste. Zum Beispiel enthalten Holzwerkstoffe wie Span- oder Faserplatten als Bindemittel meist Formaldehydharze. Möbel, Paneele oder Parkettböden können diese übelriechenden Gase freisetzen. Kunstharzlacke geben vor allem Lösungsmittel an die Raumluft ab.
Selbst Naturharzfarben, Biolacke oder natürliche Möbelimprägnierungen auf Leinöl- oder Wachsbasis bringen schädliche Stoffe ins Haus, wie die „Stiftung Warentest“ in Berlin herausfand: „Sie enthalten ungesättigte Fettsäuren, die an der Luft zu Aldehyden oxidieren.“ Unbehandelte Naturhölzer geben Terpene an die Umgebung ab, die vor allem in ätherischen Ölen vorkommen. Wohnungen und Büros sind inzwischen oft mehr belastet als die Außenluft. Die Vielzahl an Farben, Klebern und Mitteln zur Behandlung von Möbel und Wänden sind kaum noch überschaubar.
Vor allem Ihre Atemwege sind gefährdet
Bemerkbar macht sich diese Umweltbelastung meist durch tränende Augen, gereizte Schleimhäute an den Atemwegen, Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Hautausschlag. Manche Menschen entwickeln eine regelrechte Allergie. Andere bekommen Asthma, denn durch die Ausdünstungen wird vor allem die Lunge in Mitleidenschaft gezogen. Eine langandauernde geringe Belastung kann unmerklich zu einem chronischen Leiden führen. Auch die Entstehung von Krebs und Schäden am Erbgut werden befürchtet. Benzol und Formaldehyd gelten von einer bestimmten Menge an immer als Gesundheitsrisiko.
Was Sie selbst tun können, um die Schadstoffbelastung in Ihrer Wohnung möglichst gering zu halten
Leider lassen sich die Schadstoffe in der Wohnung nur recht umständlich messen, teuer ist es zudem. Reduzieren können Sie die Belastung Ihrer Wohnung jedoch auch schon durch eigene Maßnahmen:
- Verzichten Sie darauf, in Ihrer Wohnung zu rauchen.
- Lüften Sie mehrmals täglich richtig durch (Querlüftung).
- Verwenden Sie keine scharfen Reinigungs- und Desinfektionsmittel.
- Verabschieden Sie sich von Ihren Duftlämpchen, denn die ätherischen Öle können Terpene und Aldehyde freisetzen.
- Kaufen Sie nur Möbel und Einrichtungsgegenstände (etwa Matratzen) mit Prüf- beziehungsweise Umweltzeichen, Möbel, die den „Blauen Engel“, „ÖkoControl“ oder das „Goldene M“ tragen, helfen die Schadstoffbelastung in Ihrer Wohnung zu verringern.
- Verzichten Sie, wo immer es geht, auf Spanplatten und entfernen Sie alte (alte Spanplatten können noch nach Jahren Schadstoffe freisetzen) beziehungsweise stellen Sie – wenn es sich nicht vermeiden lässt - nicht zu viele Möbel aus Spanplatten in einem Zimmer auf.
- Bewahren Sie Lacke, Lösungsmittel und Pinselreiniger möglichst nicht in der Wohnung auf.
- Heizungsraum, Hobbyraum und Garage sollten zur Wohnung hin gut abgedichtet sein.
- Bevorzugen Sie Lacke und Lasuren auf Wasserbasis.
- Beauftragen Sie für Neueinbauten oder Renovierungsmaßnahmen ausgewiesene Bio-Fachleute wie etwa Bio-Tischlereien.
- Reklamieren Sie Möbel und Einrichtungsgegenstände, die nach mehr als vier Wochen noch unangenehm riechen.
- Hilfestellung erhalten Sie im Zweifelsfall bei den örtlichen Verbraucherzentralen und Mieterschutzvereinen.
Wie sehen Sie das?
P. S.: Auf die Spur kommen die Meisten den Giften durch den anhaltenden unangenehmen Geruch nach dem Kauf neuer Möbel oder dem Renovieren der Wohnung. Für ein paar Tage ist so ein Geruch normal, er kann in aller Regel auch „abgelüftet“ werden. Stinkt es nach vier Wochen jedoch immer noch, sollten Sie der Sache auf den Grund gehen. Auch wenn es nicht mehr riecht, können Wohngifte Ihnen zusetzen. Wenn Sie anhaltend von Kopfschmerzen, Schwindel, Hustenreiz oder tränenden Augen gequält werden und diese Beschwerden sich verflüchtigen, sobald Sie das Haus verlassen, müssen Sie detektivischen Spürsinn walten lassen. Jeder Mensch reagiert anders auf die Schadstoffe. Besonders Empfindliche leiden schon unter minimalen Schadstoffmengen. Bei anderen braucht es mehr oder dauert es länger, bis sie etwas spüren.