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Probleme beim Wasserlassen können auf eine Erkrankung hindeuten

Die gutartige Vergrößerung der Prostata betrifft die Hälfte aller Männer über 60 Jahren und beinahe alle über 70-Jährigen. Wann aber ist eine solche Vergrößerung gefährlich? Wann benötigen Sie eine Operation und wann dagegen geht es ohne?

Mit 45 Jahren beginnt das Alter, in dem die Prostata anfängt zu wachsen. Aber keine Angst: Eine vergrößerte Prostata hat nichts mit Prostatakrebs zu tun. Prostatakrebs entwickelt sich außen, eine Vergrößerung der Prostata entsteht im Inneren der Drüse. Dieser Bereich liegt nahe an der Harnröhre. Aus dem Grund kommt es bei einer Prostatavergrößerung so oft zu einerVerengung der Harnröhre. Kennzeichnend für die Vergrößerung der Prostata sind daher oft Probleme beim Wasserlassen.

Hormonhaushalt schuld an Vergrößerung

Warum sich die Prostata bei den meisten Männern im Alter vergrößert, ist nicht erforscht. Wissenschaftler meinen, dass der sich im Alter verändernde Hormonhaushalt des Mannes eine Rolle spielt.

Speziell die Sonderform des in der Prostata gebildeten Testosterons steht im Verdacht, die Vergrößerung zu verursachen. Es kann aber auch sein, dass bestimmte Wachstumsfaktoren den Stoffwechsel der Drüse beeinflussen. Dadurch kommt es zur vergrößerten Prostata.

Medikament senkt Risiko für Prostatakrebs

Ein Wirkstoff kommt normalerweise zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung zum Einsatz. Er senkt unter Umständen das Risiko von Prostatakrebs. Davon gehen die Autoren einer Studie aus. Diese erschien am 17. Juli 2003 in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine. Allerdings belegte die Studie auch, dass Männer, die diesen Wirkstoff einnahmen und dennoch an Prostatakrebs erkrankten, mit höherer Wahrscheinlichkeit eine aggressivere Form dieser Krebsart entwickelten. Der Wirkstoff Finasterid (Proscar®) ist in den USA von der dortigen Zulassungsbehörde FDA zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung sowie der Glatzenbildung bei Männern zugelassen. Auch in Deutschland ist Finasterid für beide Anwendungen zugelassen.

In der genannten Studie untersuchte man über 18.000 Männer über 55 Jahre. Zu Beginn der Untersuchung zeigte keiner der Studienteilnehmer einen Hinweis auf Prostatakrebs. Etwa die Hälfte der zufällig ausgewählten Männer nahmen den Wirkstoff ein. Die andere Hälfte bekam ein genauso aussehendes Placebo, das heißt eine Pille ohne Wirkstoff. Man untersuchte die Teilnehmer in den folgenden sieben Jahren jährlich auf Prostatakrebs hin. Die Wissenschaftler belegten mit ihrer Studie, dass 18 Prozent der Männer, die Finasterid einnahmen, an Prostatakrebs erkrankten. Im Vergleich dazu erkrankten 24 Prozent der Männer aus der Kontrollgruppe mit dem Placebo.

Fazit

Diese Zahlen sagen aus, dass in derFinasterid-Gruppe das Risiko für Prostata-Krebs um 25 Prozent sank. Während das Gesamtrisiko für Prostatakrebs in der Finasterid-Gruppe niedriger war, entwickelten die dennoch daran erkrankenden Männer mit größerer Wahrscheinlichkeit eine potentiell aggressivere Krankheitsvariante.

Weitere Forschungsarbeiten sind notwendig, um genau sagen zu können, ob der Krebs bei Männern, die Finasterid einnahmen, schneller fortschreitet als bei denen, die dieses Medikament nicht einnehmen.

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